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Paratuberkulose: eine „tickende Zeitbombe“

Hannover (aho/lme) – Anlässlich des 33. Seminars Umwelthygiene am Freitag den 11. Februar 2005 in Hannover, referierte Prof. Dr. Gerald-F. Gerlach zum Problem „Paratuberkulose“ und sparte dabei auch nicht die Diskussion um die mögliche Beteiligung des Erregers der Paratuberkulose „Mycobacterium avium subsp. Paratuberculosis“ (MAP) aus. Demnach ist die Paratuberkulose in deutschen Milchviehbeständen weit verbreitet. Schätzungen u.a. auf der Basis von Erhebungen in den Nachbarstaaten gehen davon aus, dass etwa 5 und 15 % der Betriebe infiziert sind, berichtete der Experte. In den vergangenen drei Jahren hätten verschiedene Autoren gezeigt, dass MAP ubiquitär in der Umwelt sowie in einer Vielzahl verschiedener Tiere vorkomme. MAP müsse deshalb als „environmental pathogen“ betrachtet werden. Der Referent verwies auf die außergewöhnlich hohe Überlebensfähigkeit des Erregers in der Umwelt, so dass er auch in der Erde, im Wasser, auf Gras und auf Gemüse zu finden sei. Der Erreger sei neben einer Vielzahl von Tieren auch bei immungeschwächten Mensch als Todesursache festgestellt worden. Zudem hätten eine Reihe von Untersuchungen MAP auch bei Morbus Crohn Patienten nachgewiesen. Selbst in der Muttermilch von Morbus Crohn Patientinnen hatten Wissenschaftler MAP gefunden. Mit Hinblich auf den Verbraucherschutz und das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern in Lebensmittel bezeichnete Prof. Gerlach das Thema als „tickende Zeitbombe“.

Gerlach stellte auch ein Konzept zur Klassifizierung von Herden auf der Basis eines automatisiert durchführbaren Tankmilch-ELISA gefolgt von einer ebenfalls automatisierbaren Tankmilch-PCR in ELISA-auffälligen Herden vor. Aufgrund der vergleichsweise geringen Kosten in Verbindung mit der hohen Spezifität des Verfahrens wäre es möglich, flächendeckend stark betroffene Herden („die Spitze des Eisbergs“) zu erkennen; durch die Ausmerzung der starken Ausscheider in diesen Herden würde der Eintrag des Erregers in die Umwelt erheblich reduziert, erläuterte der Referent.

Völlig ungeklärt im Zusammenhand von Paratuberkulose sei die Frage der „Urproduzentenhaftung“ durch die Landwirte. Zudem drohten handelspolitisch Barrieren in der EU. So hätte Schweden bei der EU beantragt, als Paratuberkulose-frei anerkannt zu werden.

In der Anschließenden Diskussion reagierte ein anwesender Vertreter der Milchindustrie auf die Formulierung „tickende Zeitbombe“ sichtlich nervös. Er empfahl allen Anwesenden, derartige Formulierungen nicht zu verwenden, da derartige Formulierungen gern von der Laienpresse aufgegriffen würden.

Gerlach, Gerald-F. Überlegungen zur Kontrolle und Bekämpfung der Paratuberkulose in Milchviehbeständen 33. Seminar Umwelthygiene: „Tiergesundheit durch spezifiziert erregerfreie Bestände“ 11. Februar 2005, Hannover

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Weitere Informationen hier.






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