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Focus Cholesterin: gekaufte Medien?

München (ugo) – Diese Woche widmet sich der Focus (www.focus.de/magazin) dem Thema „Tödliches Blutfett Choelsterin“ und beschreibt „was Sie dagegen tun können (müssen!)“. Was in der Sache löblich sein mag, entpuppt sich beim Lesen als ärgerlich und platte Reklame für Margarinen wie Becel pro activ und Benecol.

Nur einer der Punkte, die wissenschaftlich nicht haltbar sind: Ein Gesamtcholesterinwert ab 200 wird generell als „überhöht“ und ein hohes Cholesterin „als wichtigster Grund“ für Arteriosklerose bezeichnet. Als „Beleg“ wird die Framingham Studie bemüht. Dazu ein Zitat von W.P. Castelli vom Framingham Cardiovascular Institute in Massachusetts, USA (Am J Cardiol 1998/82/60T-65T): „Die Cholesterinwerte sagen wenig über das Risiko einer Herzgefäßkrankheit eines Patienten aus. Die meisten Infarkte passieren bei Patienten mit normalen Cholesterinwerten.“

Dann die Ungereimtheiten bei den Ernährungstipps: Maximal 300 mg Cholesterin oder 2-3 Eier pro Woche – man beachte auch den Eiertotenkopf auf dem Titelbild. Und das, obwohl eingangs richtig konstatiert wurde, das „Omelett ist unschuldig“, weil der Cholesterinhaushalt einer Homöostase unterliegt.

Weiterhin soll wenig Fleisch und wenn, dann weißes gegessen werden, obwohl es keine gesicherten Hinweise darauf gibt, dass Fleisch die Cholesterinwerte verschlechtert, geschweige denn zu Herzinfarkt führt.
Natürlich sollen wir fettarm essen und vor allem versteckte und tierische Fette meiden, obwohl es auch hierfür keine stichhaltige Begründung gibt (s.u.). Folglich darf auch Butter nur sparsam genossen werden. Am besten sei – oh Wunder – eine „mit Pflanzensterinen angereicherte“ Margarine. Zwei Seiten vorher strahlt uns in einer ganzseitigen Anzeige Dieter Bohlen entgegen, der mit Becel pro activ seinen Cholesterinspiegel erfolgreich gesenkt hat.

Die Ökotrophologin Ulrike Gonder kommentiert:

Ob Herr Bohlen wohl weiß, dass solche Margarinen im Verdacht stehen, das Herzinfarktrisiko zu erhöhen? Im Januar erschien eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Oliver Weingärtner von der Universität des Saarlandes (European Heart Journal 2009/published online 21.1.2009, doi: 10.1093/eurheartj/ehn580), die bei diesem Thema zu folgendem Schluss kommt: „Die Daten legen nahe, dass Pflanzensterole negative Effekte auf Herz und Kreislauf auslösen können.“
Die zweite wichtige Arbeit, die den Focus-Beitrag in etlichen Teilen als tendenziös entlarvt, erschien erst vor wenigen Tagen (Mente, A et al, Arch Intern Med 2009/169/659-669). Es handelt sich um die bislang umfassendeste Analyse der Daten der letzten 40 Jahre zur Frage „Ernährung und Herzinfarkt“. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und dem Verzehr von gesättigten Fettsäuren, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Gesamtfett, alpha-Linolensäure, Fleisch, Eiern und Milch ungenügend ist. Entsprechende Ernährungsempfehlungen sind somit hinfällig.

Besuchen Sie auch den Internetauftritt der Ökotrophologin Ulrike Gonder.

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