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Gefahr von Schimmelpilzen: TU Dortmund will Lebensmittel sicherer machen

(idw) – Etwa ein Viertel der weltweit produzierten Lebens- und Futtermittel
enthalten sogenannte Mykotoxine, also Stoffwechselprodukte von
Schimmelpilzen, die Getreidepflanzen im Feld und Erntegut befallen.
Diese sind bereits in geringen Mengen gesundheitsschädigend für Mensch
und Tier: Mykotoxine können das zentrale Nervensystem angreifen,
krebserregend und erbgutschädigend sein – besonders kritisch ist die
Tatsache, dass einige dieser Stoffe das Immunsystem schädigen können.

Eine Forschergruppe unter der Führung der TU Dortmund nimmt sich nun
dieser Gefahr an und untersucht den gesamten Herstellungsprozess von
Nahrungsmitteln von der Ernte über die Verarbeitung bis hin zum
Konsumenten. Ziel des Vorhabens ist es, einen Leitfaden zu entwickeln,
der helfen soll, die Kontaminationen durch die toxikologisch
bedenklichen Mykotoxine in Lebens- und Futtermitteln zu minimieren.
Die Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro erhält das Verbundprojekt
im Rahmen des Wettbewerbs „Ernährung.NRW“. Projektkoordinator ist
Prof. Michael Spiteller vom Institut für Umweltforschung (INFU) an der
Technischen Universität Dortmund.

Zusammen mit den Verbundpartnern der Universitäten Bonn (INRES,
Phytomedizin, Prof. H. Dehne) und Münster (Institut für
Lebensmittelchemie, Prof. H.-U. Humpf) sowie des Leibniz-Instituts für
Arbeitsforschung an der TU Dortmund (Prof. G. H. Degen) und
Arbeitsgruppen aus Mühlenbetrieben und Tierfutterherstellern wird die
Mykotoxinbelastung in Lebens- und Futtermitteln repräsentativ für NRW
erfasst, um das bisher noch weitgehend ungelöste Problem im
Verarbeitungsprozess von Lebens- und Futtermitteln in den Griff zu
bekommen.
Beginnend mit dem korrekten Anbau, der passenden Lagerung und der
nachfolgenden Verarbeitung wollen die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler möglichst mykotoxinarme Produktionssysteme entwickeln,
um die schädlichen Schimmelpilz-Rückstände in Nahrungsmitteln zu
minimieren. Der derzeitige Ansatz der Forschung – die Fokussierung auf
einzelne Mykotoxine – ist unzureichend, weil er nicht den zahlreichen
und verschiedenartigen Stoffwechselprodukten von Schimmelpilzen
gerecht wird. Hier will das Projekt ansetzen und sich mittels
Multimykotoxinanalytik möglichst breit mit den Giften in
Nahrungsmitteln auseinandersetzen.

Das INFU gilt als Spezialist auf diesem Forschungsgebiet, da es schon
seit Jahren Untersuchungen von organischen Kontaminanten in Wasser und
Boden sowie Pflanzen durchführt. Zum Projektabschluss soll ein
Leitfaden entwickelt werden, der dazu beitragen soll, die
Kontamination von Lebens- und Futtermitteln mit Mykotoxinen nachhaltig
zu begrenzen. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer
Nordrhein-Westfalen und Wirtschaftpartnern sollen nach Abschluss des
Projektes daraus Vermeidungsstrategien entwickelt werden, um die
Kontamination mit den gefährlichen Stoffen in Lebens- und
Futtermitteln einzudämmen.

Ziel ist es, die Bildung von Mykotoxinen in Nahrungs- und
Futtermitteln so gering wie möglich zu halten, um sowohl einen
effektiven Schutz der Tiere als auch der Verbraucher zu gewährleisten.
Aber nicht nur gesundheitsgefährdende Aspekte stehen im Fokus der
Forschung am INFU und bei den Verbundpartnern. Da gerade in den
vergangenen Jahren die Preise für landwirtschaftliche Ernteerzeugnisse
enorm gestiegen sind, aber auch großen weltmarktabhängigen
Schwankungen unterworfen sind, ist auch der wirtschaftliche Faktor von
großer Bedeutung. Qualitätseinbußen durch Schimmelpilzbelastungen und
Mykotoxin-Grenzwertüberschreitungen sind ernstzunehmende
wirtschaftliche Risiken, die das Verbundprojekt in den Griff bekommen
will.

Wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte der Mykotoxinbelastung
gehen dabei Hand in Hand. Das Projekt könnte in Zukunft nachhaltig
dazu beitragen, die Produktion von Lebens- und Futtermitteln sicherer
zu machen, damit die Einkommen der Landwirte und
Nahrungsmittelproduzenten zu stabilisieren und zugleich die Gefährdung
von Mensch und Tier durch Schimmelpilz-Schadstoffe zu minimieren.

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