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Wissenschaftliche Studie: Spekulation nicht an teuren Lebensmitteln schuld

Halle (aho/lme) – Spekulationen auf den Terminmärkten für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind nicht der Grund für eine Verteuerung dieser Produkte und damit für mehr Hunger in armen Ländern der Welt. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Halle (IAMO). In den letzten Monaten hatten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) behauptet, dass Spekulanten auf den Agrarrohstoffmärkten für die weltweit steigenden Lebensmittelpreise und damit den Hunger in armen Ländern verantwortlich sind. Einige dieser NGOs fordern, die Geschäfte von Finanzinvestoren mit Agrarrohstoffen zu beschränken bzw. vollständig zu verbieten.

Um zur Klärung dieses strittigen Sachverhaltes beizutragen, haben der IAMO-Direktor Professor Thomas Glauben und Wissenschaftler Dr. Sören Prehn in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsethikern Professor Ingo Pies und Matthias Georg Will von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine umfangreiche Literaturauswertung vorgenommen.

Das Auftreten neuer Akteure auf den Terminmärkten für Agrarrohstoffe, die Agrarproduzenten gegen das Risiko einer Preissenkung absichern, hat den Verdacht aufkommen lassen, dass die damit verbundene Finanzspekulation die rasante Verteuerung von Lebensmitteln hervorgerufen und somit den Hunger in der Welt verstärkt habe. Mehrere NGOs in Deutschland haben Studien in Auftrag gegeben, die diese kausalen Zusammenhänge angeblich belegen. Zugleich fordern sie in einer gemeinsamen Öffentlichkeitskampagne, regulatorische Marktzutrittsbarrieren zu errichten, z. B. Transaktionssteuern oder Positionslimits. Inhaber ökonomischer Lehrstühle haben den Aussagen der zivilgesellschaftlichen Organisationen bereits widersprochen und warnen sogar davor, dass ohne Finanzinvestoren die Agrarmärkte schlechter funktionieren würden.

Anhand 35 empirischer Studien untersuchte das IAMO gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsethik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Fragestellung, ob die Zunahme der Finanzspekulation in den letzten Jahren das Niveau bzw. die Volatilität der Preise für Agrarrohstoffe hat ansteigen lassen. Die Ergebnisse des Literaturüberblicks zeigen, dass die weit überwiegende Mehrheit der Forschungsarbeiten die vorherrschende Befürchtung zum Einfluss der Spekulation auf die Agrarrohstoffmärkte nicht bestätigen kann. „Auch wenn die Forschungsliteratur sicherlich noch Fragen offen lässt, spricht angesichts des aktuellen Erkenntnisstands vieles dafür, den zivilgesellschaftlichen Alarm als Fehl-Alarm einzustufen. Im Gegenteil, die Finanzspekulation kann dazu beitragen, Agrarmärkte besser funktionieren zu lassen“, so Thomas Glauben vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO). Für die dramatischen Preisergebnisse der Jahre 2007/8, 2010/11 und 2012 waren vielmehr realwirtschaftliche Faktoren verantwortlich. Der Wirtschaftsethiker Ingo Pies resümiert: „Wer den Hunger in der Welt wirksam bekämpfen will, muss realwirtschaftlich dafür Sorge tragen, dass das Angebot an Nahrungsmitteln mit der auf absehbare Zeit steigenden Nachfrage Schritt halten kann“.

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