Mehr Hungernde: FAO fordert deutliche Steigerung der Agrarproduktion
(lid) – Der rasante Anstieg der Lebensmittel-, Dünger- und Energiepreise hat alle Bemühungen im Kampf gegen den weltweiten Hunger zunichte gemacht. Laut Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die Zahl der Hungernden allein 2007 um 75 Millionen auf weltweit 923 Mio. Menschen gestiegen.
FAO-Generaldirektor Jacques Diouf forderte daher, die Weltagrarproduktion kräftig anzukurbeln. Der Weg aus der globalen Lebensmittelkrise liege in einer Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung, sagte Diouf am 17. September als Gastredner im italienischen Parlament in Rom.
Jahrzehntelang war die Zahl der Hungernden weltweit stabil. Von 842 Mio. Menschen ohne ausreichenden Zugang zu Nahrung Anfang der Neunzigerjahre kletterte diese Zahl bis 2005 auf etwa 848 Mio. Die Knappheit an den Weltagrarmärkten und die drastische Verteuerung von Kraftstoff, Dünger und anderen Betriebsmitteln hat die Situation jedoch in kurzer Zeit dramatisch verschlechtert. Der FAO zufolge nahm die Zahl der Hungernden und Unterernährten 2007 allein in Asien und im Pazifik um 41 Mio. und in Afrika südlich der Sahara um 24 Mio. Menschen zu.
Um aus der Hunger- und Armutsfalle auszubrechen, müssten der Zugang der Ärmsten zu Lebensmitteln verbessert und zugleich die Produktionsmöglichkeiten von Kleinerzeugern ausgebaut werden, fordert die FAO. Sie legte im Juli 2007 eine Initiative gegen steigende Nahrungsmittelpreise (ISFP) auf, um arme Kleinbauern mit Qualitätssaatgut, Dünger und anderen Betriebsmitteln zu versorgen. Bisher haben 79 Staaten Hilfe aus dem Sonderprogramm angefordert.
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