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Gepanscht: „Fertilizer-gate“ erschüttert US-Biolandwirtschaft

Sacramento (lme) – Das Vertrauen amerikanischer Konsumenten in Bio-Produkte wird durch einen Skandal um angeblichen „Bio-Dünger“ erschüttert. Nach Recherchen der Zeitung „Sacramento Bee“ hat die in Kalifornien ansässige Firma „California Liquid Fertilizer“ ihrem flüssigen Biodünger aus Federn und Fischabfällen zusätzlich verbotenes Ammoniumsulfat [(NH4)2SO4] beigemischt, um ihn wirkungsvoller und preisgünstiger zu machen. Der Skandal hat in den Medien in Anspielung auf den Watergate-Skandal“ den Namen „Fertilizer-gate“ erhalten. Der Flüssigdünger wurde auf den Bio-Farmen über Rohrleitungen und Sprinkleranlagen auf Bio-Gemüsefelder versprüht. Diese Betrügereien erstreckten sich nach Recherchen der „Bee“ über einen Zeitraum von sieben Jahren und wurden 2004 von den Behörden aufgedeckt. Abgestellt wurden die schmutzigen Geschäfte aber erst im Jahre 2007. Auch der Bio-Verband „California Certified Organic Farmers“ sah von Sanktionen oder Produktrückrufen ab und wollte „Gras über die Sache wachsen lassen“.

Die Öffentlichkeit wurde nie informiert. Erst die Recherchen der Journalisten der „Bee“ machten den Skandal jetzt ruchbar. Die Betreiber der Bio-Farmen, darunter auch die Bio-Riesen „Earthbound Farm“ und „Driscoll’s“, wollen von den Betrug nichts bemerkt haben. Ein Bio-Farmer lobte gegenüber der Presse die hohe Wirksamkeit des Flüssigproduktes. Kein Bio-Farmer hätte auf das „hochpotente Produkt“ verzichten können. Nur so sei es möglich gewesen, den hohen Bedarf an Bio-Gemüse zu niedrigen Preisen zu decken.
„Die Biolandwirtschaft hängt ganz erheblich von solchen Hilfsmittelchen ab“ sagte Thaddeus Barsotti, Inhaber der „Capay Organic Farm“ in Yolo County (Kalifornien). „Wenn du so etwas nicht anwendest, dann macht es eben dein Konkurrent und du hast das Nachsehen“.(tt0005)

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