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600.000 Euro Schaden, gewerbsmäßiger Spendenbetrug, kriminelle Machenschaften: Erneut Tierschützer von Arche 2000 vor Gericht

Hamburg (aho) – Erneut müssen sich Mitarbeiter der Tierschutzorganisation „Arche 2000 Tier-Welthilfe“ vor Gericht wegen Betrugs verantworten. Seit Montag verhandelt das Landgericht Hamburg gegen einen 44 Jahre alten früheren leitenden Angestellten und einen 57-jährigen Komplizen des norddeutschen Tierschutzvereins.
Wie das Hamburger Abendblatt unter Berufung auf die anklagende Staatsanwaltschaft berichtet, haben die beiden wegen gewerbsmäßigen Betrugs angeklagten Männer Ende 2004 und Anfang 2005 bei drei großangelegten Aktionen mit falschen Einzugsermächtigungen Geld von den Konten von mehr als 15.000 Menschen abgebucht, deren Bankdaten sie aus einer Vereinskartei entnommen hatten. Ein vierter Versuch scheiterte, weil die durch viele Beschwerden misstrauisch gewordene Bank den Auftrag stoppte. Der Anklage zufolge belief sich der Schaden auf mehr als 600.000 Euro, so die Zeitung in ihrer Berichterstattung.

Der Chef der Männer – “Eppy” G. aus Tornesch – war schon 2006 vom Landgericht Lübeck wegen Betrugs zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte die die rund 180.000 Mitglieder seines Vereins, der Zweigstellen in Seeth-Ekholt (Kreis Pinneberg) und in Strasburg (Mecklenburg-Vorpommern) unterhielt, um mehr als zehn Millionen Euro geschädigt und damit seinen aufwändigen Lebensstil finanziert. Während besorgte Tierfreunde in schmuddeligen Ställen nach vernachlässigten Tieren suchten, hat Tierschützer “Eppy” ein wahres Luxusleben geführt: Sein Mercedes 600 Coupé (Wert: rund 137.000 Euro) lief in den Büchern als Tiertransporter. Der Lebemann mit dem Dreitagebart leitete den Motocross-Rennstall “Millennium”, schmiss Biker-Partys mit hübschen Bikini-Models. Im Showprogramm: Jürgen Drews und Mickey Krause. Eine Geburtstagsfete ließ er sich mal eben 60.000 Euro kosten. Bezahlt wurde mit Spendengeldern. Und Millionen-Beträge flossen laut Anklage in seine Finca in Spanien. Getarnt als Umbaumaßnahmen für einen Pferdehof.

Der jetzt in Hamburg angeklagte 44-Jährige war bereits in dem Lübecker Prozess als Mittäter zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden, so das Hamburger Abendblatt. Der frühere Finanzbeamte und Wirtschaftsberater, der zum Auftakt des Verfahrens ebenso wie sein Mitangeklagter keine Angaben zu den Vorwürfen machen wollte, hatte dem „Arche“-Chef „Eppy“ nach eigenen Angaben als Chefsekretär zugearbeitet und den Ortsverein in Seeth-Ekholt geleitet.

Der 57 Jahre alte zweite Beschuldigte hatte für die Betrugsaktion laut Staatsanwaltschaft verschiedene Tarnkonten eingerichtet, auf die die Überweisungen eingehen sollten. Der gelernte Tischler, der mehrfach wegen kleinerer Delikte im Gefängnis saß, hatte zur Zeit der Taten einen Schlüsseldienst und war nebenbei als Handwerker für den Verein tätig, so der Bericht der Zeitung.

4 Kommentare, Kommentar oder Ping

  1. Hallo,

    oh, nicht schon wieder !!

    Wann hört es endlich, dass sich Menschen zu Lasten an den Spendengeldern bereichern?

    Viele Tierheime und kleinere Tierschutzvereine sind froh, wenn sie ihre eigenen Schüzlinge versorgt bekommen und die MItarbeiter sind ehrenamtlich, ohne Bezahlung bei der Sache.
    Teilweise müssen sie schließen, weil die finanzielle Grundlage fehlt.

    Jedoch auf der anderen Seite werden tausende von € an Spendengeldern in die eigene Tasche gewirtschaftet ?? Wie gemein ist das denn ??

    Stoppt endlich diese Machenschaften, denn es ist doch eine Unverschämtheit gegenüber den Spendern, die in treuem Glauben Geld zur Verfügung stellten und von den Organisationen, die dringend Geld für ihre Tierhaltung benötigen, möchte ich gar nicht posten.

    Eine ziemlich saure
    Brigitte

  2. Annemarie Trabelsi

    Das Schlimmste an dieser üblen Geschichte ist, dass die vielen kleinen TS-Vereine die ohnehin um`s Überleben bzw. um das Überleben ihrer Tiere kämpfen, durch diese skrupellosen Verbrecher auch in Schwierigkeiten geraten. In diesen wirtschaftlich sehr schweren Zeiten überlegen die Leute sehr genau, ob sie überhaupt etwas spenden sollen.
    Solche Meldungen verunsichern die Menschen und bringen den Tierschutz insgesamt in Mißkredit.
    Diese Betrüger müssen auf das Härteste bestraft werden.
    Wie kann es überhaupt sein, dass dieser dubiose Verein nach den in der Vergangenheit geschehenen Betrugsfällen weitermachen darf???
    Wer im großen Stil betrügt, kommt anscheinend glimpflicher davon, als jemand der seinen Strafzettel nicht bezahlt?

  3. por favor quiero que me en vie su telefono
    estoy interesado
    en el producto
    Erlyn fermin

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