Horstmar-Leer/Göttingen (aho) – Auch Tierärztinnen und Tierärzte sind sowohl beruflich als auch als Konsumenten vom Dioxinskandal in vielfacher Weise betroffen. Nicht-Regierungsorganisationen warnen vor Risiken und fordern eine “andere Landwirtschaft”. Aus diese aktuellem Anlass wurde ein Diskussionsforum zum sogenannten „Dioxin-Skandal“ in das Programm der 10. AVA Haupttagung in Göttingen aufgenommen.
Tokio (aho) – In der im Südwesten Japans gelegenen Präfektur Miyazaki wurde nach Angaben der Präfekturverwaltung auf zwei Hühnerhaltungen das H5N1-Vogelgrippeviris festgestellt. Auf beiden Betrieben war es zu Todesfällen bei den Federtieren gekommen. Auf den Farmen werden rund 460.000 gehalten.
Dessau-Roßlau (aho) – Die Herkunft der aktuellen Dioxinbelastungen in Futtermitteln, Eiern und Fleisch sind weiterhin nicht völlig geklärt: „Das Verteilungsmuster der Dioxine, Furane und dioxin-ähnlichen PCB aus den verunreinigten Futtermitteln stimmt mit keiner unserer Referenzproben überein“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Damit widerspricht das UBA anderslautenden Meldungen aus dem Agrar- und Umweltministerium in Düsseldorf. Das UBA hatte die den Futtermitteln illegal zugesetzten Mischfettsäuren mit rund 46.000 Proben aus Boden, Luft, Pflanzen und Tieren in seiner Dioxin-Datenbank verglichen. In der Vergangenheit lieferte die Datenbank oft schnell einen Hinweis auf die Quelle von Dioxin-Kontaminationen. Je nach Herkunft und Entstehung unterscheidet sich das chemische Muster von Dioxinen, Furanen und dioxin-ähnlichen Polychlorierten Biphenylen nämlich deutlich (so genannte Kongeneren-Profile).
Hamburg (aho) – Statt Industrie- und Futterfett zur Verhinderung von Dioxin-Belastungen zu trennen, empfahl jetzt der ehemalige Chemie-Professor der Universität Oldenburg, Gerd Kaupp, im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen, Dioxine zu vernichten. Überall wo natürliche Öle und Fette industriell bearbeitet würden, reichere sich Dioxin in hoher Konzentration in den Destillations-Rückständen an, sagte der Experte dem Sender.
Düsseldorf (aho) – Das NRW-Verbraucherschutzministerium meldet einen ersten Erfolg bei der Rückverfolgung des Dioxin-Musters im aktuellen Futtermittelskandal. Bei Proben eines Herstellers technischer Fette wurde das Dioxinmuster gefunden, das auch in Eiern nachgewiesen wurde. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münster-Emscher-Lippe hatte Proben bei der Firma VITAL Fettrecycling GmbH mit Sitz in Borken (Westfalen), die für den Biodieselproduzenten Petrotec Altspeisefette raffiniert, untersucht.
Borken (aho) – Der am vergangenen Freitag (14.01.2011) gesperrte schweinehaltende Betrieb ist heute (21.01.2011) wieder freigegeben worden. Das teilt der Fachbereich Tiere und Lebensmittel der Borkener Kreisverwaltung mit. Dieser Betrieb hatte Futtermittel erhalten, die möglicherweise mit Dioxin belastet waren. Der Verdacht bestätigte sich nun aber nicht. Die Untersuchungsergebnisse bei einem Ferkel und sechs Schlachtschweinen wiesen [...]
Hannover (aho) – Nach Meldungen verschiedener Medien soll sich aus neuen Messungen des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ergeben haben, dass mehr Futterfettlieferungen von der Firma ausgeliefert worden seien als bisher bekannt.
Soest (aho) – Der Veterinärdienst des Kreises Soest teilt mit, dass die Sperrung eines Ferkelaufzuchtsbetriebs, in dem 2.000 Tiere stehen, mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben worden sei. Der Verdacht, dass Futterlieferungen eines niedersächsischen Herstellers in unzulässiger Höhe mit Dioxin belastet sein könnten, habe sich nicht bestätigt.
Die Sperrung war am Freitag, 14. Januar 2011, ausgesprochen worden. In den Focus der Kreis-Veterinäre waren insgesamt vier Chargen geraten, die der Hof bezogen hatte. Untersuchungen im Bestand haben keine Überschreitung der Dioxingrenzwerte ergeben.
Berlin (ots) – Trotz Dioxin-Krise wollen die Deutschen keine Konzentration auf BIO-Landwirtschaft. In einer N24/Emnid-Umfrage forderten nur 21 Prozent der Befragten eine möglichst weitreichende Umstellung der Nahrungsmittelproduktion auf ökologische Landwirtschaft. 76 Prozent hingegen wollen eine stärkere Förderung von konventioneller Landwirtschaft, um möglichst günstige Lebensmittelpreise zu gewährleisten. Das Vertrauen der Verbraucher in Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist seit dem Dioxin-Gipfel in der vergangenen Woche gestiegen. So finden nun 43 Prozent der Deutschen, dass die Ministerin genug gegen Gift in der Nahrung tue – in der vergangenen Woche sahen das nur 30 Prozent so.
[Vorsitzender des Staatsrates der DDR, SED-Generalsekretär Genosse Erich Honecker, † ]
Potsdam (aho) – Die Berichterstattung um Dioxin-kontaminierte Futterfette nimmt skurrile Züge an. Wie die “Märkische Allgemeine Zeitung” aus Brandenburg berichtet, soll ein ehemaliger Geschäftsführer der Skandalfirma Harles und Jentzsch zu DDR-Zeiten unter dem Decknamen “Pluto” von seinem 18. Lebensjahr an als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit gearbeitet haben. Die Zeitung bezieht sich auf die Stasi-Unterlagenbehörde. Die Birthler-Behörde wollte gegenüber Pressevertretern keine Stellungnahme abgeben.
[Bäuerin beim Füttern, 1958, Bundesarchiv] (aho) – Die Tierhaltung hat sich die letzten 60 Jahre enorm gewandelt. Das Bild von ihr in der Öffentlichkeit schwankt heute zwischen Bauernhofromantik, der lila Kuh und Bildern von Tierrechtsbewegungen, die Tier-Misshandlungen zeigen. Was hat sich seit den Zeiten des Allround-Bauernhofes, des weitgehend autarken „Gemischtbetriebes“, getan?
Kiel (aho) – Die vom schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium initiierten Laboruntersuchungen im Skandal um dioxinbelastetes Futtermittel schreiten voran. Jetzt wurden noch einmal 21 Untersuchungsergebnisse von Fett-Rückstellproben der Firma Harles & Jentzsch vom Standort Bösel vorgelegt. Dabei erreichten die Dioxingehalte Werte bis maximal 1,35 Nanogramm (ng). In neun Fällen wurde der zulässige Höchstgehalt (0,75 ng) überschritten.
Düsseldorf (ots) – Der aktuelle Lebensmittelskandal sorgt für einen spürbaren Imageverlust der Lebensmittelbranche. Die deutschen Verbraucher verlieren nicht nur das Vertrauen in die Zulieferer, sondern auch in die Landwirtschaft und den Lebensmitteleinzelhandel. Die Bürger fordern deshalb schärfere Kontrollen und wünschen eine bessere Krisenkommunikation. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage vom 13. Januar 2011, die tns emnid im Auftrag der Kommunikationsberatung Ketchum Pleon durchgeführt hat.
Hannover (aho) – Bei der Untersuchung von Futterfett auf Dioxine sind in einem Labor Proben verwechselt worden. Das wurde heute aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover bekannt. Wie es zu der Verwechselung kam, ist bisher ungeklärt. Nachdem die Verwechslung aufgefallen war, musste eine erneute Risikobewertung für eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Betrieben vorgenommen werden. Danach habe es [...]
Hannover (aho) – Nach dem Nachweis des Antibiotikums Chloramphenicol in einer Futtermittelvormischung (Vit. A und D3) haben die niedersächsischen Behörden die weitere Verwendung dieser Mischung in der betroffenen Firma untersagt und die Empfängerbetriebe, die diese Vormischung erhalten haben, umgehend informiert. Das teilte heute das Agrarministerium in Hannover mit. Am 13. Januar wurden die niedersächsischen Behörden [...]
Hannover (aho) – Nach umfangreichen Kontrollen des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wurden am Freitagabend (14. Januar 2011) weitere rund 900 Betriebe identifiziert, die gesperrt werden mussten. Hierbei handelt es sich um Betriebe für Schweinemast, Geflügelmast und Legehennen (Landkreise Vechta, Cloppenburg, Diepholz und Osnabrück), sie sind seit gestern Abend gesperrt.
Berlin (aho) – Die Lieferbeziehungen eines niedersächsischen Futterherstellers in Damme (Landkreis Osnabrück), der mit Dioxin belastetes Futter vertrieben hat, sind erst jetzt entdeckt worden. Von dem Betrieb sind offenbar auch Futtermittellieferungen nach Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern gegangen. Niedersachsen hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, da von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ausgegangen werde. 934 bisher nicht gesperrte Höfe sind betroffen.