Vormenschen: Schlau durch Fleisch
(aho/eule) Bisher galten unsere Vorfahren, die vor drei Millionen Jahren in Afrika lebten, als Früchteesser, so wie manche Schimpansen heute. Forscher der Universität Kapstadt untersuchten kürzlich den Zahnschmelz von Vormenschen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden. Es zeigte sich, daß die Nahrung von Vormenschen (Australopithecus africanus) große Mengen des Kohlenstoffisotopes 13C enthalten hat. Und diese besondere Form des Kohlenstoffs ist vor allem in Gräsern zu finden.
Da den Zähnen der Vormenschen die für Grasfresser typischen Kratzspuren fehlten und Gras für den Menschen eher schwer verdaulich ist, ist unwahrscheinlich, daß sie selbst viel Gras oder Grassamen verzehrt haben. Eine andere Erklärung liegt näher: Die Vormenschen nährten sich vom Fleisch der Pflanzenfresser, die ihnen das Gras vorverdauten. Denn nur wo ausreichend leicht verdauliche Energie zur Verfügung stand, konnte sich nach Ansicht der Wissenschaftler der Universität Kapstadt ein so stark energieverbrauchendes Organ wie das menschliche Gehirn überhaupt entwickeln.
Quelle:
Sponheimer M, Lee-Thorp JA: Isotopic evidence for the diet of an early hominid, Australopithecus africanus. Science 1999/283/S.368-370
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