Kaliumreiches Wiesenfutter belastet Stoffwechsel der Milchkuh
(aho) In einem 2 x 2 Faktorenversuch an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Nutztiere (RAP), Posieux, mit 12 Kühen wurde der Einfluss von 30 g und 40 g K pro kg TS-Ration bei einem Na-Gehalt von 100 und 200 % der RAP-Empfehlung auf den Mineralstoffmetabolismus und ausgewählte Stoffwechselparameter untersucht. Die Kalium- und Natriumgehalte wurden durch den Einsatz von Dürrfutter mit unter- schiedlichem nativem K-Gehalt sowie durch eine variierende NaCl- Ergänzung eingestellt. Quantitativ wiesen die Versuchsrationen einen vergleichbaren Gehalt an Energie, Protein und Mineralstoffen (ausser K, Na und Cl) auf. Die Dürrfuttervorlage erfolgte annähernd ad libitum, wobei innerhalb eines Blockes die verfütterte Menge für alle Tiere die gleiche war. Vom Kraftfutter wurde eine fixe Menge verabreicht. Auf eine Adaptationsperiode von 47 Tagen folgte eine 2 x 4 Tage dauernde Bilanzperiode mit Kot- und Harnsammlung. Die Erhöhung des Kaliumangebotes von 30 auf 40 g je kg TS Ration hat einen signifikanten Anstieg im Wasserkonsum (103 l/Tier, Tag; 119 l/Tier, Tag) und in der Harnproduktion (30 kg/Tier, Tag; 52 kg/Tier, Tag) zur Folge. Die Verdaulichkeit des Magnesiums wird tendenzmässig reduziert (10 %; 5 %). In der Retention der Mengenelemente Ca, P, Mg, K, Na und Cl ergibt sich zwischen den zwei K-Angeboten keine signifikante Differenz. Die Konzentration der Milch an Mengenelementen wird ebenfalls nicht wesentlich beeinflusst. Demgegenüber weisen die Kühe mit 40 g K in der Ration signifikant tiefere Iod-Konzentrationen in der Milch auf (0,74 mg/kg TS gegenüber 1,04 mg/kg TS bei 30 g K).
Zwischen den zwei K-Levels bestehen in der K-, Na- und Cl-Serum- konzentration keine biologisch relevanten Differenzen. Das hohe K-Angebot führt jedoch zu einer verstärkten Alkalisierung des Stoffwechsels. Jürg Kessler Kaliumreiches Wiesenfutter belastet Stoffwechsel der Milchkuh Agrarforschung 7(10), 466-471, 2000
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