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Resistenzen: Keine Endzeitstimmung bei Veterinärantibiotika

Berlin (aho) – Die vielfach geäußerte Meinung einer Endzeitstimmung im Sinne einer „postantibiotischen Ära“, wie sie nicht nur durch die „Regenbogenpresse“ immer wieder herbeigeschrieben wird, kann auf Basis der Daten eines bundesweiten Resistenzmonitorings widersprochen werden. Dieses Resümee ziehen Dr. Jürgen Wallmann, die Tierärztin Kathrin Schröter und Professor Reinhard Kroker vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in der Zeitschrift „Deutsches Tierärzteblatt“ (Juni 2003; S. 617).

In einer erstmals in Deutschland in diesem Umfang durchgeführten Querschnittsuntersuchung wurde die Resistenzlage von sechs Infektionserregern aus zwei Indikationen (Mastitis beim Rind, Atemwegsinfektionen beim Mastschwein) untersucht.

Die Daten belegen insgesamt nur geringe Resistenzquoten bei den geprüften Bakterienstämmen von Pasteurella multocida, Mannheimia haemolytica, E. coli, Staphylococcus aureus, sogenannten KNS-Staphylokokken und Streptokokken.

Insbesondere konnte bei den Staphylokokken und Streptokokken aus Mastitismilchproben keine Resistenz gegen das in der Humanmedizin verwendete Reserveantibiotikum Vancomycin festgestellt werden. Die bei den Staphylokokken gefundene Fluorchinolonresistenz von bis zu 0,5 Prozent wird von den Experten als unbedeutend eingestuft. Bei den aus Mastitismilchproben isolierten E. coli-Bakterien zeigten keine Resistenz gegen Fluorchinolone. (z.B. Vet-Präparat Baytril)

Auch die bei Mastschweinen isolierten Erreger von Lungenentzündungen „Pasteurella multocida“ und „Mannheimia haemolytica“ wären noch mit seit Jahrzehnten in der Veterinärmedizin verordneten Antibiotika behandelbar. Lediglich bei einigen geprüften Stammen wurde eine geringere Empfindlichkeit gegen Tetracyclin und Sulfonamid – Trimethoprim nachgewiesen. Keine Resistenz bestand gegen „Amoxicillin in Kombination mit Clavulansäure“, „Florfenicol“ sowie Gentamicin. Ebenso war das Cephalosporin „Ceftiofur“ bei den geprüften Pasteurellenstämmen voll wirksam.

Die Autoren bemängeln, daß es in der Vergangenheit durch die Verwendung von Daten diagnostisch tätiger Labore zu einer Überzeichnung der Resistenzausprägung gekommen sei. Derartige Daten eignen sich nach Meinung der Experten vom BVL nicht zu einer wissenschaftlichen Beurteilung der Resistenzsituation.

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