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Ressourcenschonung durch mehr Leistung

(BfT) – Ernährungssicherung, Klimaschutz und Tiergesundheit sind die Zielkonflikte des 21. Jahrhunderts. Über Zusammenhänge und Abhängigkeiten referierte Prof. Dr. Manfred Schwerin, FBN Dummerstorf im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. in Köln.

Eine große Aufgabe der Zukunft besteht darin, die Weltbevölkerung mit ausreichend tierischem Protein zu versorgen und gleichzeitig Verteilungsprobleme bei der Lebensmittelbereitstellung zu lösen. Experten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Hohe Leistungen der Nutztiere sind daher eine wichtige Voraussetzung, damit alle Menschen satt werden können. Begrenzte Flächenreserven erfordern es ebenfalls, möglichst hohe tierische Leistungen vom Hektar zu erwirtschaften. Mit zunehmenden Milchleistungen je Tier sowie mit einem intensiveren Getreide- und Grünfutteranbau lässt sich nach Aussage von Schwerin der Flächenbedarf bis zu 60 Prozent reduzieren gegenüber extensiven Haltungs- und Anbauverfahren. Auch der Anteil an Methangas, Stickstoff oder Phosphor verringert sich bei intensiven Produktionsverfahren. Bei einer Steigerung der Milchleistung von 10 Kilogramm auf 40 Kilogramm pro Kuh und Tag reduziert sich die Methanemission pro Kilogramm erzeugter Milch neueren Untersuchungen zufolge auf etwa ein Drittel.

Hohe Leistungen fordern jedoch ihren Tribut und sind mit einem höheren Erkrankungsrisiko beispielsweise für Mastitis oder Klauendefekte verbunden. Hier sind die Züchtung, Tierhalterqualitäten, der Tierarzt und die Tiergesundheitsindustrie gefragt. Die Zucht robuster, widerstands- und anpassungsfähiger Nutztiere ist eine wichtige Voraussetzung für die Verbesserung der Fruchtbarkeit und Gesundheit hochleistender Tiere.

Aber nur mit optimalen Management-, Fütterungs- und Haltungsbedingungen lässt sich das genetische Potenzial hochleistender und gesunder Tiere ausschöpfen. Im Zeichen des Klimawandels wird es zudem darauf ankommen, effiziente Strategien zur Bekämpfung von Tierseuchen, beispielsweise durch Verbesserungen in der Epidemiologie, Diagnostik und der Impfstoffentwicklung unter besonderer Berücksichtigung von zoonotischen Erkrankungen zu entwickeln. Das Beispiel von Bluetongue hat gezeigt, wie schnell neue Krankheiten auftreten können. Auch aufgrund veränderter Vektorenverteilung wird künftig mit neuen Erkrankungen zu rechnen sein. Als den richtigen Ansatz zur Lösung dieser Probleme bezeichnete Schwerin das „One world – One health – One medicine“ – Konzept.

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