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Rinderpraxis: Wenn „Hygiene“ zum Mastitisrisiko wird

Zürich (aho) – Eutertücher, Reinigungs- und Desinfektionsmittel sollen im Melkstand die Übertragung von Mastitiserregern verhindern. Wissenschaftler der Universität Zürich haben jedoch bewiesen, dass über solche Hygieneprodukte Erreger auf das Euter übertragen werden und zu einer Mastitis führen können. In einer Studie wurden Betriebe mit hohen Mastitisraten eingehend untersucht. Neben Milchproben der Kühe wurden Tupferproben von Holzwolle zur Euterreinigung, Papiertücher, Zitzendesinfektionstücher, Hände der Melker, Zitzenbecher sowie verschiedene Proben von Zitzentauchmitteln, Reinigungsmitteln und -wasser entnommen und spezifisch auf eine Kontamination mit Koagulase negativen Staphylokokken (CNS) untersucht, um einen möglichen Zusammenhang zwischen dieser Kontamination und einer Euterinfektion aufzuzeigen. Die Ergebnisse zeigen, das Mastitiskeime auf Zitzentüchern, in der Zitzentauchlösung, auf den
Zitzenbechern, in der Holzwolle zur Euterreinigung und in der Melkgeschirrreinigungslösung nachweisbar sind. Selbst bei neu geöffneten Zitzentauchlösungen konnte
man Mastitiserreger (CNS) nachweisen. Die Wissenschaftler bemängeln in diesem Zusammenhang, dass zum Teil Reinigungs- und Desinfektionsmittel nicht immer korrekt
gelagert bzw. hergestellt oder gebrauchsfertige Lösungen zu lange verwendet wurden.

Die auf den Hygienehilfsmitteln gefundenen Erreger konnte auch in den Eutern nachgewiesen werden.

Hässig M., Sigrist S.M., Corti S., Giezendanner N., Stephan R.,
Bakteriell kontaminierte Desinfektionsmittel und Gerätschaften beim Melkakt als mögliche Ursache für Mastitiden
Schweizer Archiv für Tierheilkunde 2011(153) 6: 263-268

Sigrist, S.M.
Bakteriell kontaminierte Desinfektionsmittel und Gerätschaften beim Melkakt als mögliche Quelle für Mastitiden
Inaugural-Dissertation Universität Zürich 2010

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