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PRDC & Co.: analysieren und strategisch handeln

Von Dr. Manfred Stein

Da neben Viren eine ganze Reihe von Mycoplasmen und Bakterien in verschiedensten Kombinationen an Atemwegsinfektionen und Krankheitskomplexen wie das PRDC, PRRS und PND beteiligt sein können, müssen im akuten Fall solche Antibiotika eingesetzt werden, die ein entsprechendes Keimspektrum abdecken und sich insbesondere in entzündlich verändertem Lungengewebe anreichern.

Neben der richtigen Auswahl des Tierarzneimittels spielt auch die Auswahl des Behandlungszeitpunktes eine entscheidende Rolle. Antibiotika sollten, wenn die Notwendigkeit einer Behandlung eindeutig festgestellt wurde, unverzüglich eingesetzt werden. Sowohl durch zu spät eingesetzte Antibiotika als auch durch überflüssige Antibiotikagaben kann die Resistenzentwicklung vorangetrieben werden. Je länger eine bakterielle Infektion Zeit gewinnt, sich im Gewebe auszubreiten und die Zahl der Bakterien zu erhöhen, desto größer werden die degenerativen Schäden im Gewebe. Die Therapie muss länger durchgeführt werden, die normale Besiedlung in der Lunge, im Darm und auf den anderen Schleimhäuten wird länger dem Selektionsdruck ausgesetzt und die höhere Zahl an Bakterienzellen aus der Erregerpopulation erleichtert die mögliche Selektion von resistenten Mutanten (1).



Grafik 1: Im Verlauf eine Infektionskrankheit nimmt die Zahl der Bakterien am Infektionsort rasant zu.

“Point of no return”

Im Bestand ist es Aufgabe von Landwirt und Tierarzt zu erkennen, wann es sich bei den Atemwegserkrankungen um Einzeltiererkrankungen handelt und wann es sich um eine Erkrankung des Gesamtbestandes handelt.



Grafik 2: Verlauf von Einzeltiererkrankungen: Zu jeder Zeit ist die Zahl der in der Inkubationszeit und in der Phase der akut erkrankten Tieren relativ konstant.



Grafik 3: Bestandserkrankung: Die Zahl der Tiere in der Inkubationszeit und in der Phase der akut erkrankten Tiere steigt rapide an. Innerhalb kürzester Zeit sind die Tiere mit dem Erreger konfrontiert (subklinische Erkrankung) und es ist eine reine Frage der Zeit, wann sie klinisch erkranken und wann es zu Todesfällen kommt.



Grafik 4: Die Behandlung sollte bei einer Bestandserkrankung frühzeitig begonnen werden, um weiteres Leiden der Tiere und Todesfälle zu verhindern. Es werden auch schon Tiere behandelt, die mit dem Erreger infiziert sind, aber noch nicht klinisch erkrankt sind. So werden auch ökonomische Verluste und die Therapiedauer minimiert.


Grafik 5: Gewünschter Verlauf der Behandlung: Die Zahl der subklinisch und klinisch erkrankten Tiere nimmt unter der Behandlung deutlich ab. Es treten nur wenige Todesfälle auf.

Quellen:
(1) Wiedemann, Bernd, Prof. Dr., Institut für Pharmazeutische Mikrobiologie der Universität Bonn;
“Zündstoff Antiotika-Resistenz” – eine Initiative stellt sich vor;

Pressekonferenz vom 28.09.01

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