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Blutschwitzen: Pfizer verzichtet auf die Zulassung von PregSure BVD

Langen (aho) – Erstmals vor vier Jahren trat in Deutschland und einigen anderen europäischen Staaten bei Saugkälbern die tödlich verlaufende sogenannte Bovine Neonatale Panzytopenie (BNP) auf. Das Krankheitsbild ist durch unstillbare Blutungen gekennzeichnet ist. Die Blutungen entstehen als Folge des fast vollständigen Verlusts von Blut- und Knochenmarkzellen, wovon auch die für die Gerinnung notwendigen Blutplättchen betroffen sind.
Forschungsarbeiten am Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen hatten gezeigt, dass Impfungen mit PregSure BVD (Pfizer GmbH) zur Bildung von Antikörpern führen, die über das Kolostrum an das Kalb weitergegeben werden und dort Blut- und Knochenmarkzellen zerstören können. Neueste Untersuchungsergebnisse der Justus-Liebig-Universität Gießen haben diese Erkenntnisse konkretisiert. Es konnte nachgewiesen werden, dass bestimmte Oberflächenstrukturen der Rinderzelllinie, die zur Herstellung des Impfstoffs verwendet werden, für die beobachtete Bildung von Antikörpern verantwortlich sind (Rümenapf und Mitarbeiter, Veterinary Research 30. August 2011). Einer neuen epidemiologischen Untersuchung der Ludwig-Maximilians-Universität München zufolge ist das relative Risiko (Odds Ratio) für das Auftreten von BNP-Fällen in Betrieben, die PregSure BVD eingesetzt haben, mehr als 1200fach höher als in Betrieben, in denen der Impfstoff nicht angewendet wurde.

Mit Datum vom 30. August 2011 hat das Unternehmen Pfizer GmbH deshalb auf die Zulassung des Impfstoffs PregSure BVD (Zul.-Nr. PEI.V.02747.01.1) verzichtet. Das meldete jetzt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen und begrüßt diesen Schritt als eine verantwortungsvolle Maßnahme.
Die Pfizer GmbH nimmt dabei Bezug auf die Kommissionsentscheidung vom 7. Oktober 2010 zum Ruhen der Zulassung und weist darauf hin, dass es noch nicht gelungen sei, die von der Europäischen Kommission geforderten wissenschaftlichen Nachweise zu führen, um diese Entscheidung aufheben zu können. Das Unternehmen erachtet den freiwilligen Verzicht auf die Zulassung daher als angemessen.
Nach Diskussionen mit dem PEI hatte die Pfizer GmbH bereits im März 2010 auf eine Vermarktung von PregSure BVD in Deutschland verzichtet, nachdem es bei Kälbern von mit PregSure BVD geimpften Kühen gehäuft zum sogenannten “Blutschwitzen” (Bovine Neonatale Panzytopenie, BNP) gekommen war. Im Oktober 2010 war dann von der Europäischen Kommission das Ruhen der Zulassung für Europa angeordnet worden.
Seit Mitte August 2011 sind auch in Neuseeland mehrere Fälle von BNP in Rinderbeständen aufgetreten, die PregSure BVD eingesetzt haben. Daraufhin hat das Unternehmen Pfizer New Zealand umgehend die Vermarktung gestoppt und ausgelieferte Chargen zurückgerufen. In Neuseeland ist PregSure BVD seit 2008 auf dem Markt.

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