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Schutz vor Campylobacter-Infektionen: Verbesserungen durch mehr Schlachthygiene

(aid) – Infektionen mit Campylobacter sind seit einigen Jahren die häufigste Ursache von bakteriell bedingten Durchfallerkrankungen des Menschen, die vom Tier übertragen werden können. Im Jahr 2010 wurden laut aktuellem Zoonose-Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 212.064 Fälle europaweit amtlich registriert. Das sind rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Rohes beziehungsweise unzureichend erhitztes Geflügelfleisch ist als eine der häufigsten Quellen für diese Infektion identifiziert worden. Seltener sind Infektionen über Nutz- und Haustiere. Anders als bei den Salmonellen, bei denen Veränderungen in der Tierhaltung geholfen haben, ihre Verbreitung deutlich zu verringern, sind zur Campylobacter-Minimierung weitere Maßnahmen erforderlich. Hier liegt das Augenmerk insbesondere auf der Schlachthygiene: Bereits während des Schlachtens muss dafür gesorgt werden, dass eine fäkale Verunreinigung des Fleisches mit Campylobacter so gering wie möglich bleibt. Das kann unter anderem dadurch geschehen, dass die Tiere nicht mehr unmittelbar vor dem Transport zur Schlachtung gefüttert werden – die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen vorausgesetzt.

Einer späteren Dekontamination der Schlachtkörper sind dagegen enge Grenzen gesetzt: So sind chemische Verfahren innerhalb der Europäischen Union weder zulässig, noch würden sie vom Verbraucher akzeptiert. Der positive Nebeneffekt einer gezielten Verbesserung der Schlachthygiene könnten auch die Fallzahlen an Salmonellosen noch weiter sinken, so Wissenschaftler des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Eine Verbraucherinformation über den Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Campylobacter hat das BfR Anfang April 2012 veröffentlicht. Ob Lebensmittel mit Campylobacter-Bakterien behaftet sind, lässt sich nicht mit den Sinnen wie Sehen, Riechen oder Schmecken feststellen. Nur durch ausreichende Hygiene-Maßnahmen lassen sich die Krankheitserreger wirksam unschädlich machen.

Fleisch sollte stets ausreichend gegart werden – im Inneren für mindestens zwei Minuten auf 70 °C oder darüber. Bei der gleichzeitigen Zubereitung roher und gegarter Lebensmittel dürfen nie dieselben Küchenutensilien verwendet werden. Außerdem sind die Hände nach Kontakt mit rohem Fleisch immer sofort gründlich zu waschen.

Dr. Christina Rempe, Ute Gomm, aid

2 Comments, Comment or Ping

  1. Petras

    Eine verbesserte Tierhaltung könnte auch hier mit Sicherheit flächendeckenden Campylobakter-Infektionen bei Geflügel entgegenwirken und somit auch die Verbraucherinfektionen senken!

    So trägt eine trockene Einstreu, möglichst auch eine geringere Besatzdichte und vor allem ein Flächenwechsel (wenn kein Auslauf, dann wenigstens ein Wintergarten!) dazu bei, Infektionen zu senken und das immunsystem der Teire (Bewegung! Fußgesundheit! weniger Brustblasen! weniger Picken von feuchtem Kot und weniger Eintrag in Wunden! zur Gesundheit der Tiere und zru Vorbeugung auch anderer Infektionen (u. a. MRSA!) bei!

    Auch der Einsatz von Antibiotika könnte so vermindert werden – und dieser macht aj Campylobakter durch Resistenzen erst zur wirklichen Gefahr!

  2. Warum warnen Sie nicht die Verbraucher vor dem Kauf der Geflügelprodukte, die zu einem hohen Prozentsatz mit gefährlichen Lebensmittelerregern kontaminiert sind? Warum werden nicht, bevor die Ursachen dafür gründlich beseitigt sind, die gefährlichen Produkte aus dem Verkehr gezogen?
    Ihre Küchenregeln erscheinen mir Augenwischerei zu sein und können die Infektionsrate bei Menschen nur geringfügig senken. Schließlich sind alle, die mit Geflügelbetrieben und Geflügel Kontakt haben, ebenfalls dem Ansteckungsrisiko ausgesetzt, genauso wie die Personen, die beruflich oder privat mit rohen Geflügelteilen in Kontakt kommen. Selbst an den Ladentheken und in den Gefriertruhen ist ein Keimaustausch zu erwarten. Es hilft die Einhaltung der Küchenhygiene wenig, wenn bereits Hände und Einkaufstaschen mit lebensgefährlichen Campylobakterkeimen verseucht sind – die Wurzel des Übels sind die Massentierhaltungen mit überzüchteter, gestressten, kranken Tiere. Man kann diese Missstände wahrhaftig nicht länger hinnehmen, da die Gesundheit der Bevölkerung bedroht ist. Auch wenn eine mächtige Industrie mit blick auf ihre Profite die bestehenden Verhältnisse mit allen Mitteln bewahren will.

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