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„Fokus Schwein“: hochkarätige Referenten, gute Stimmung und weit über 500 Teilnehmer

(pm) – Tönnies kündigt Bonus-Programm zur Bezahlung von Schlachtschweinen an – Marktführer prognostiziert kostendeckende Schweinepreise – Bioenergie und Exportmärkte bescheren hohe Schweinepreise – Cargill geht von längerfristig festen Soja- und Maispreisen aus – Soja: China bestimmt Weltmarktpreis – Renaissance: Finanzinvestoren entdecken die Rohstoffe neu – QS-Antibiotika-Datenbank vor dem Start – Forderung nach qualitativer anstatt prozentualer Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes – Profiteure von Lebensmittelskandalen entlarvt – Lebensmittelchemiker Pollmer reißt Zuhörer mit – Kampagne „Gesunde Schulernährung mit Fleisch“ eingefordert

Weit über 500 Teilnehmer sind Donnerstag (06.09.12) vergangener Woche zum „Fokus Schwein Münsterland“ nach Nordwalde bei Münster gekommen. Hochkarätige Referenten sorgten für gute Stimmung und ein „volles Haus“ bei der von der BRÖRING Unternehmensgruppe, Dinklage und Boehringer Ingelheim Vetmedica bereits im sechsten Jahr durchgeführten, erfolgreichen Vortragsveranstaltung.

Rob Hansen, Europa-Chef des weltweit agierenden US-Handelsunternehmens Cargill, geht von weiterhin hohen Soja- und Maispreisen aus. Mit seinen 159.000 Mitarbeitern sei Cargill in allen wichtigen Regionen der Welt vertreten. So geht der Niederländer Hansen davon aus, dass trotz der Erwartung einer hohen Sojaernte im nächsten Jahr nicht mit einer Entspannung zu rechnen sei. Allein China habe in den letzten fünf Jahren die Sojaimporte auf 59,5 Mio. to verdoppelt und damit einen Anteil von 64 % des weltweiten Sojaimports erreicht. Aufgrund der weiteren Ausweitung der chinesischen Schweinehaltung sei für die nächsten fünf Jahre von einer vergleichbaren Steigerungsrate der Soja-Importe auszugehen. Selbst wenn China im kommenden Jahr zwei bis drei Mio. to seiner strategischen Sojareserve der eigenen Landwirtschaft zur Verfügung stellen würde, so verursache dies nur einen vorübergehenden, kurzfristigen Preiseffekt. Laut Hansen beobachte Cargill zurzeit auch, dass Finanzinvestoren die Rohstoffmärkte wieder für sich entdecken würden. Auch das spreche mittelfristig für weiter feste Preise.

Clemens Tönnies vom gleichnamigen Unternehmen Tönnies Lebensmittel aus Rheda-Wiedenbrück berichtet, dass sein Unternehmen einen Jahresumsatz von 4,3 Mrd. Euro erziele und 8.000 Menschen beschäftige. Im vergangenen Jahr schlachtete das Unternehmen 15,4 Mio. Schweine und erreiche damit einen Marktanteil von ca. 26 Prozent. Die Exportquote liegt bei 52 Prozent. Um der Politik zuvor zu kommen, sei eine Überarbeitung der Haltungsbedingungen erforderlich, so Tönnies. In Abstimmung mit den Vorständen aller wichtigen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels arbeite man zurzeit an einem „Bonus-Punkte-System“, dass dem Landwirt einen „Mehrertrag“ für seinen erhöhten Aufwand biete. In dieses Konzept, dessen Details zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden sollen, sei als Koordinierungsstelle auch die QS Qualität und Sicherheit GmbH in Bonn eingebunden. Wichtig sei es, insgesamt eine Branchenlösung anzustreben.
Angesprochen auf den aktuellen Schweinepreis sagte Tönnies: „Bei €/kg 1,90 machen wir uns keine großen Sorgen. …, wir lagern ein bei einem Preis von €/kg 1,90“.
Wenn 16,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland für die Energieerzeugung verwendet würden, so seien Schweine für €/kg 1,60 einfach nicht mehr kostendeckend zu erzeugen. Mittelfristig sieht der Unternehmer das Preisniveau „nicht unter Gestehungskosten“. Deshalb „bauen Sie Schweineställe“ sagte Tönnies, denn der Weltmarkt biete noch eine Menge Potential, so dass der Selbstversorgungsgrad ohne Weiteres von 110 auf 150 Prozent gesteigert werden könne.

Dr. Rainer Schneichel, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte erläuterte die aktuell auf Bundesebene geführte Antibiotika-Diskussion und berichtete über den Stand der QS-Antibiotika-Datenbank. Der praktische Tierarzt aus Mayen/Rheinland-Pfalz sprach sich für eine „qualitative anstatt prozentuale Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes“ aus. So habe die EMEA-Studie englischer Forscher aus Oxford ergeben, dass der Antibiotikaverbrauch in der Tierhaltung in den Niederlanden und Frankreich ca. doppelt so hoch sei wie in Deutschland. Auch das tierärztliche Dispensierrecht habe sich bewährt. Die derzeit von der Politik diskutierte Abschaffung werde nicht zu einer Verbesserung des Tierschutzes sondern nur zu einer Verteuerung führen, was wiederum zu Lasten der Tiergesundheit gehen könne. Ein Problem, das es auf europäischer Ebene zu lösen gelte, sei die unterschiedliche Zulassung von Medikamenten in den einzelnen EU-Mitgliedsländern. Während z.B. in Luxemburg alles zugelassen sei, sehe dies z.B. in den Niederlanden oder Deutschland ganz anders aus. Hier könne nur das „1:1:1-Prinzip“ helfen. D.h. was z.B. in den Niederlanden zugelassen sei, müsste auch in Frankreich und Deutschland oder jedem anderen EU-Mitgliedsstaat anwendbar sein.

Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften riss die über 500 Zuhörer bei seinem emotionalen Referat „Wie Lebensmittelskandale erfunden und benutzt werden“ regelrecht mit. Am Beispiel von Dioxin, EHEC, MRSA, Antibiotika, Schweinegrippe, Wiesenhof u.a. zeigte der Lebensmittelchemiker anschaulich und für jeden nachvollziehbar auf, wer diese sogenannten „Skandale“ erfand und wer letztendlich davon profitierte. Doch Pollmer sparte auch nicht mit Kritik an der Agrarbranche selbst. Er forderte die Anwesenden auf, sich nicht ohne Not in ihr Schicksal zu ergeben. Er beobachte leider „keine Aktivität der Branche und damit hat man eine große Chance verpasst.“ Die Verbände forderte der Medienexperte zum radikalen Umdenken auf. Die Frage sei, „wie erreiche ich die Menschen, die gegen mich eingestellt sind?“ Pollmer zeigte verschiedene Lösungen auf und bekräftigte den Mut zu neuen Wegen. Denn wenn die Landwirtschaft für „Gesunde Schulernährung mit Obst und Gemüse“ werbe, das überwiegend den 60 Prozent Importgemüse zu gute komme, so müsse man dann auch folgerichtig für eine Kampagne „Gesunde Schulernährung mit Fleisch“ werben.

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