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Vorsichtiger Optimismus: H5N8-Vogelgrippevirus bisher auf Ausbruchsbetrieb beschränkt

Pute_01Schwerin (aho) – Insgesamt wurden seit dem Ausbruch der H5N8-Vogelgrippe in einem Putenmastbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern rund 1.100 Proben genommen, die alle, bis auf die aus dem Seuchenbetrieb negativ ausfielen (Stand 10.11., 18 Uhr). Es wurden dabei nicht nur Bestandsbeprobungen durchgeführt, sondern auch Umgebungsproben analysiert. Dieses sind zum Beispiel Geflügelkotproben vom Galenbecker See. Überdies läuft die Probennahme nach wie vor weiter, informierte heute das Agrarministerium in Schwerin.

Ebenso werden Personenkontakte, Transportwege oder Futtermittel weiter untersucht. Auch steht das Landeskrisenzentrum im engen Kontakt zu den benachbarten Bundesländern, um die Wege der Transportfirmen oder des Bestandtierarztes nachzuverfolgen und mögliche Ansteckungswege zu finden. „Das Problem ist auch, dass wir in einer globalsierten und immer dichter werdenden Welt leben. Es kann durchaus sein, dass wir die Ursache nicht herausbekommen. Dies ist weltweit gesehen keine Seltenheit. Dennoch werden wir weiter an der Ursachenforschung arbeiten und hoffen, dass dies nur ein singuläres Ereignis ist und bleibt“, sagte Minister Dr. Backhaus heute in Schwerin.

Am gestrigen Montag wurden die Grobreinigung und die Desinfektion des Betriebes amtlich abgenommen. Das heißt, dass der Sperrbezirk (3 km) frühestens am 01. Dezember aufgehoben und dann in einen Beobachtungsbezirk (10 km) umgewandelt wird. Dieser wird dann nochmals für 30 Tage bestehen. Der jetzige Beobachtungsbezirk kann frühestens am 10.12. aufgehoben werden. Das gilt ebenso für das Risikogebiet (50 km) und heißt: das Aufstallungsgebot bleibt bis dahin bestehen. Voraussetzung für die Aufhebung ist, dass keine neuen H5N8-Fälle bekannt werden. Außerdem gilt es abzuwarten, ob die EU-Kommission das Gebiet für den europäischen Warenverkehr wieder frei gibt. Sie hat eine Sperrung bis zum 22.12. verfügt.

Keine Frage der Größe

Aufgrund der aktuellen Diskussion rund um die Geflügelpest weist der Dr. Backhaus darauf hin, dass die Haltungsart und die Größe eines Betriebes für einen möglichen Ausbruch nicht maßgeblich sind. „Drei Beispiele möchte ich Ihnen geben: so war die Vogelgrippe 2006 eine Wildgeflügelpest ohne jeglichen ‚Eintrag‘ durch Nutztiere. Außerdem war im Mai dieses Jahres eine Bio-Freilandhaltung in den Niederlanden mit 8.000 Hühnern betroffen. Erst im Oktober war ein Arche-Hof in Nordrheinwestfalen betroffen. 1.000 Stück Geflügel mussten getötet werden. Freilandhaltung, bio, mehr Tierschutz als nötig etc. schützen nicht vor Vogelgrippe. Dem Virus ist die Größe des Betriebes schlichtweg egal. Was helfen kann, ist die Einhaltung der Bestandshygiene, die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen. Doch einhundert Prozent Sicherheit wird es leider nie geben“, mahnte der Minister.

4 Comments, Comment or Ping

  1. Die Beispiele des Ministers Backhaus lassen sich leicht entkräften:
    Das Virus, das 2006 bei Schwänen vor Rügen gefunden wurde, war zuvor in einer rumänischen Massentierhaltung festgestellt worden, die wiederum vom FLI auf Riems mitbetreut worden war. Von einer reinen Wildvogelgrippe kann also keine Rede sein, vielmehr steckten sich diese offensichtlich an einem Virus an, das in Intensivhaltung entstanden war.

    Jeder Virologe, ja fast jeder Tierarzt kann bestätigen, dass ein schneller Wirtswechsel die Mutation von Viren zu höherer Pathogenität fördert, denn das lernt man schon in der Einführungsliteratur zur mikrobiologie, wie mir Tierärzte erklärten – und ich habe viele befragt.

    Beim Archehof war eine einzige pute betroffen – die anderen Tiere hatten sich nicht einmal angesteckt. Wodurch das geschah, ob es vielleicht das Futter war, wäre noch zu klären.

    Was Backhaus aber weglässt, das sind die vielen hunderttausende von Puten, die Raum Cloppenburg wegen Geflügelgrippe grausam mit CO2 vergast (gekeult) werden mussten. Dies alles waren keine Freilandtiere, die Enten-Intensiv-Stallhaltung in Wachenroth (H5N1) war sogar explizit gegen Wildvögel gesichert!

    Alle diese Fälle zeigen, dass Ställe jedenfalls nicht vor Vogelgrippe schützen!

  2. Weitere Informatione dazu hat das Wissenschaftsforum Aviäre Influenza zusammengetragen unter: http://www.wai.netzwerk-phoenix.net

  3. Gast

    Ich weiß nicht, wem sie hier etwas vormachen wollen. Ich kann es nachvollziehen, wenn jemand Freilandhaltung von Nutztieren gut findet. Aber zu behaupten, dass Freilandhaltungen nicht einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt wären, ist schon dreist. Es gibt hunderte Beispiele in der Praxis, die dies widerlegen. Jeder Tierarzt kennt zu Haufe Erkrankungen, die fast ausschließlich in der Freilandhaltung auftreten.
    Freilandhaltung ist mit einem hohen Ansteckungsrisiko behaftet, Biosicherheitsmaßnahmen sind hier kaum möglich. Man hat natürlich auch eine höhere Sterblichkeit, als in Stallhaltungen.
    Das muss ja nicht heißen, dass man Freilandhaltung verbieten sollte, man darf nur dem Verbraucher nicht belügen. Ist wie in vielen anderen Bereichen auch, man muss dann Kompromisse eingehen.

  4. an Gast

    Sg Gast,
    Die Frage war: Was nutzt der Stallhaltungszwang?
    Das Virus ist in Heinrichswalde, Holland und England in geschlossene Ställe eingedrungen (oder daraus ausgebrochen).

    Im 3km-Umkreis wurden alle privat und warscheinlich auch freilandgehaltene Tiere untersucht, ohne einen Fund des Viruses.
    Frage: Wo ist das Ansteckungsrisiko höher?

    Von über hundert untersuchten (und dazu abgeschossenen) Wildvögeln war einer erkrankt (bzw. es ist der Antikörper nachgewiesen worden) ohne daran gestorben zu sein. In Heinrichswalde waren vor der Keulung 2000 bereits gestorben.
    Frage: Wo ist die Sterblichkeit höher?

    ..und was die „Biosicherheitsmaßnahmen“ angeht:
    Wer macht sich hier was vor?
    Man stelle sich einen Geflügelstall vor, der möglicherweise recht klein ist, da er ursprünglich nur als Nachtquartier für die Tiere dienen sollte. Dieser ist nun voller Tiere. Täglich kommt jetzt der Geflügelhalter mit Ölzeug und Gummistiefeln – im Vollschutz quasi. Desinifiziert sich am Eingang abwechselnd die Stiefel, während er mit dem anderen die Tiere am ausbrechen hindert. (Uups schon falsch..Übertragungsrisiko: Wildvogel->Gras->Stiefel->Huhn.. Also existiert natürlich eine Desinfektionsschleuse.) Anschliessend drängt ers ih mit in den Stall, schliesst er die Tür hinter sich bis auf einen schmalen Spalt, durch den er den Mist hinausschaufelt.
    Und wenn er seine Tiere gerne hat, hat er ihnen Grünzeug mitgebracht. Abgekocht versteht sich..

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