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Agrarausschuss stimmt für besseren Tierschutz

Berlin (hib/EIS) – Der Agrarausschuss hat am Mittwochmorgen für gesetzliche Mindestanforderungen in der Pelztierhaltung sowie für ein Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere gestimmt. Die Abgeordneten haben sich mit der Mehrheit von CDU/CSU, SPD und Die Linke bei Ablehnung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für die Annahme eines entsprechenden Gesetzentwurfs der Koalitionsfraktionen (18/12085) im Plenum des Bundestages ausgesprochen. Ziel der Vorlage sei es, die zukünftige Pelztierhaltung zwar nicht grundsätzlich auszuschließen, aber eine an den Bedürfnissen der Pelztiere und zugleich an den wirtschaftlichen Notwendigkeiten ausgerichtete Haltung in Deutschland nicht mehr zu ermöglichen. Für bestehende Nerzhaltungen soll die nach bisheriger Rechtslage erteilte Erlaubnis mit Inkrafttreten des Gesetzentwurfs in eine vorläufige Erlaubnis umgewandelt werden. Diese werde ungültig, wenn nicht innerhalb von fünf Jahren nach Verkündung des Gesetzes eine Erlaubnis beantragt wird.

Des Weiteren soll mit dem Entwurf verboten werden, Säugetiere im letzten Drittel der Trächtigkeit zu schlachten. Davon ausgenommen sind Schafe und Ziegen. Tötungen, die aufgrund von Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen oder Notschlachtungen erforderlich sind, wären weiterhin möglich.

Mit einer Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) soll darüber hinaus das nationale Fettverfütterungsverbot aufgehoben werden. Das Verfüttern von Fetten aus Gewebe warmblütiger Landtiere und von Fischen sowie von Mischfuttermitteln an Nutztiere wie Wiederkäuer wäre dann nicht mehr verboten. Im Rahmen einer Bewertung unter anderem durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sei aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes mit der Verfütterung von tierischen Fetten an Wiederkäuer kein erhöhtes BSE-Risiko für Verbraucher zu erwarten.

Die Vorlage verbessere die Tierschutzstandards in Deutschland, hieß seitens der CDU/CSU zur Begründung der Vorlage. Das Schlachtungsverbot trächtiger Tiere sei zudem dringend geboten gewesen, unterstrichen die Sozialdemokraten. Weil derzeit praktikable Methoden zur Trächtigkeitsfeststellung bei Schafen und Ziegen fehlen würden, klammere der Entwurf diese allerdings aus. Die SPD stellte jedoch fest, dass perspektivisch das Verbot auf Schafe und Ziegen ausgeweitet werden soll. Die Aufhebung des Fettverfütterungsverbotes sei aus wissenschaftlicher und rechtlicher Sicht geboten gewesen, indes ethisch anders zu bewerten. Zudem verabschiedete der Ausschuss einen Entschließungsantrag, der die Bundesregierung dazu auffordert, einen bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen das Lebensmittelhygienerecht zu erarbeiten.

Die Linke monierte, dass mit dem Entwurf viele unterschiedliche Dinge abgearbeitet würden, allerdings der strategische Ansatz fehle. Seit dem Jahr 2005 beschäftige sich der Bundestag schon mit einem Pelztierverbot. Doch der gewählte Ansatz, durch höhere Auflagen das Geschäft mit Pelzen lediglich unmöglich machen zu wollen, sei keine gute Variante. Deshalb enthielt sich die Fraktion während der Abstimmung über den Gesetzentwurf in einem Sondervotum zu diesem Aspekt der Vorlage. Auch bei der Verfütterung tierischer Fette innerhalb einer Art zeigte sich die Fraktion wenig begeistert. Auch wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse diese Entscheidung hergeben würden, sollten in Zukunft mögliche negative Folgen weiter im Blick behalten werden.

Nach Ansicht der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen komme der Entwurf zu spät und sei zu zaghaft. Die Abgeordneten sprachen sich für ein klares Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland aus. Dass nun lediglich die bisher gültige Verordnung in ein Gesetz gegossen werde, reiche nicht aus. Das geplante Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere wurde hingegen begrüßt. Kritisiert wurde, dass die Ausnahmen zu großzügig ausfallen würden. Die Grünen forderten stattdessen, die Probleme in der Praxis zu lösen. Auch die Fettverfütterung wurde abgelehnt, denn Kälber sollten nicht zu „Kannibalen“ gemacht werden, wenn sie während der Aufzucht mit tierischen Fetten versorgt werden dürfen.

Ropapharm

Anm. d. Redaktion

Während Laienmedien, Tierschützer und Politiker aufgeregt das „qualvolle Ersticken“ von ungeborenen Kälbern (Feten) bei der Schlachtung von tragenden Kühe beklagen und plakativ nach sofortigen Gesetzesänderungen rufen, wird die Fragestellung in Fachkreisen weitaus differenzierter betrachtet.
Autoren aus Human- und Veterinärmedizin weisen darauf hin, dass Feten im Mutterleib durch physiologische biochemische Prozesse in einem schlafähnlichen Zustand gehalten werden, so dass ein bewusstes Empfinden von Schmerzen nicht gegeben ist (3,4,9). Das Empfinden von Schmerzen setzt immer auch ein bewusstes Empfinden voraus (1). Der fetale Kreislauf ist durch einen geringen Sauerstoffgehalt gekennzeichnet. Es zirkulieren Hormone wie Progesteron und plazentale Faktoren, die Aktivitäten wie die Atmung und das „Erwachen“ verhindern (9). Erst die Geburt und das Einsetzen der Atmung mit steigenden Sauerstoffgehalten im Kreislauf leitet ein Erwachen ein (10).
Unumstritten ist, dass auch Feten auf verschiedenen Einwirkung von außen mit Herz- und Kreislaufreaktionen, Exzitationen, einer zerebralen Durchblutung, Glukoseutilisation und einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen reagieren. (2, 5-8)

(1) Jochems, C. E., J. B. van der Valk, F. R. Stafleu, V. Baumans
The use of fetal bovine serum: ethical or scientific problem?
Altern. Lab. Anim. 2002, 30, 219-27.

2. Abrams, R. M., K. J. Gerhardt
The acoustic environment and physiological responses on the fetus.
J. Perinatol. 2000, 20 31-6.

(3) Mellor, D.J, Diesch, T.J. Gunn, A.J and Bennet, L.
Fetal ‚awareness‘ and ‚pain‘: What precautions should be taken to safeguard fetal welfare during experiments?
Proc. 6th World Congress on Alternatives & Animal Use in the Life Sciences
August 21-25, 2007, Tokyo, Japan
AATEX 14, Special Issue, 79-83

(4) Platt M.W.
Fetal awareness and fetal pain: the emperor’s new clothes.
Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed. 2011, 96(4):F236-7.

(5) Houfflin Debarge, V., S. Bresson, S. Jaillard, F. Elbaz, Y. Riou, S. Dalmas, P. Deruelle, A. S.
Ducloy, F. Puech, L. Storme
Development of a new model to investigate the fetal nociceptive pathways.
Fetal Diagn. Ther. 2005, 20, p 415-419.

(6). Huang, W., J. Deprest, C. Missant, M. Van de Velde
Management of fetal pain during invasive fetal procedures. A review.
Acta Anaesthesiol. Belg. 2004, 55, 119-23.

(7) Littleford, J.
Effects on the fetus and newborn of maternal analgesia and anesthesia: a review.
Can. J. Anaesth. 2004, 51, 586-609.

(8) Fisk N. M., R. Gitau, J. M. Teixeira, X. Giannakoulopoulos, A. D. Cameron, V. A. Glover
Effect of direct fetal opioid analgesia on fetal hormonal and hemodynamic stress response to intrauterine needling.
Anesthesiology 2001, 95, 828-35.

(9) Mellor D.J, Gregory N.G.
Responsiveness, behavioural arousal and awareness in fetal and newborn lambs: experimental, practical and therapeutic implications.
N Z Vet J. 2003, 51, 2-13.

(10) Mellor, D.J. and Diesch, T.J.
Birth and hatching: key events in the onset of ‚awareness‘ in lambs and chicks.
N Z Vet J, 2007, 55, 51-60.

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