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Resistente Keime aus Kläranlagen: Manche Bundesländer reagieren auf ein bekanntes Problem

Hamburg (aho) – Obwohl seit mehr als einem halben Jahrhundert in der Fachliteratur durch eine Vielzahl vom Publikationen (1-3) dokumentiert wurde, dass Kläranlagen antibiotikaresistente Keime und Resistenzgene in die Umwelt entlassen, scheinen jetzt zuständige Ministerien auf einen TV-Bericht des NDR zu reagieren.

Wie der NDR meldet, prüfen Bund und Länder eine Ausweitung der Kontrollen von Badegewässern. Bislang werden sie nicht speziell auf solche Keime untersucht. Die zuständigen Ministerien überlegen nun, dies zu ändern. Anfang März berät dazu in Düsseldorf eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe. Das Bundesumweltministerium sowie einige Bundesländer signalisierten bereits, dass sie hier Handlungsbedarf sehen.

Reporter des NDR Politikmagazins „Panorama“ hatten exemplarisch an insgesamt zwölf Probenorten in Niedersachen multiresistente Erreger in Bächen, Flüssen und zwei Badeseen gefunden. Nun teilte unter anderem das Land Berlin auf Anfrage von „Panorama“ mit, dass die aktuelle Berichterstattung „selbstverständlich“ zum Anlass genommen werde, die bisherige Risikobewertung zu hinterfragen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sich nach Informationen des NDR bereits in einem Schreiben an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gewandt und darum gebeten zu prüfen, ob das Untersuchungsprogramm zur Badegewässerqualität national erweitert werden könne, um auch das Vorkommen von antibiotikaresistenten Keimen in Badegewässern zu erfassen. Hendricks selbst sagte in einem Interview mit „Panorama“, sie würde es begrüßen, wenn dies in die Badegewässerverordnung aufgenommen würde.

Schleswig-Holstein und Bayern haben bereits veranlasst, im Rahmen von Forschungsprojekten nun auch einige Badegewässer zu untersuchen. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte dem NDR, sie nehme die Sorgen in der Bevölkerung vor antibiotikaresistenten Keimen sehr ernst. Deshalb habe sie das zuständige Landesamt beauftragt, auch Messungen in Badegewässern durchzuführen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts seien bereits einige Flüsse untersucht worden. Dabei zeichne sich auch hier eine mehrheitliche Belastung mit antibiotikaresistenten Keimen ab.

Vertreter des Landes Niedersachsen, wo „Panorama“ bei Stichproben die resistenten Keime an allen Probeorten entdeckt hatte, äußerten sich dagegen eher zurückhaltend. „Wenn irgendwo ein multiresistenter Erreger in der Umwelt in geringer Konzentration gefunden wird, ist das sozusagen nicht gleich eine Riesengefahr für die Menschheit“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Messungen an Badegewässern hält das Ministerium derzeit nicht für sinnvoll. Wichtiger sei es zu verhindern, dass resistente Erreger überhaupt in die Umwelt gelangen.

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium will laut NDR prüfen, inwieweit Untersuchungen an möglichen Quellen auf resistente Keime sinnvoll und möglich sind. Baden-Württemberg teilte mit, derzeit seien keine derartigen Kontrollen geplant. Entsprechende Methoden hierfür müssten erst etabliert, entsprechende instrumentelle und personelle Ressourcen geschaffen werden.

Einige Bundesländer sehen derzeit keinen akuten Handlungsbedarf. Hamburg etwa weist darauf hin, dass vor allem Länder mit Tierhaltung und Ackerbau betroffen seien. In der Hansestadt seien alle Badegewässer grundwassergespeist, lägen nicht an Viehwirtschaftsflächen mit intensiver Landwirtschaft und hätten keine Zuläufe. Andere Länder wiederum wie Nordrhein-Westfalen oder Sachsen wollen zunächst die Ergebnisse des Arbeitsgruppen-Treffens zu den Badegewässern am 7. März abwarten.

(1) COETZEE OJ, PRETORIUS T, NEWHAM LD.
Sewage purification–a positive selection of resistant bacteria.
Public Health. 1962 Aug;62:26-8.

(2) Fontaine TD 3rd, Hoadley AW.
Transferable drug resistance associated with coliforms isolated from hospital and domestic sewage.
Health Lab Sci. 1976 Oct;13(4):238-45.

(3) Sturtevant AB Jr, Feary TW.
Incidence of infectious drug resistance among lactose-fermenting bacteria isolated from raw and treated sewage.
Appl Microbiol. 1969 Nov;18(5):918-24.

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