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Fortbildungsveranstaltung Ferkelkastration

Stuttgart (ltk-bw) – Am 31.01.2018 veranstalteten die Stabsstelle der Landesbeauftragte für Tierschutz und die Landestierärztekammer Baden-Württemberg eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung zum Thema Ferkelkastration. Die Fortbildung, die in der Geschäftsstelle der Kammer stattfand, war vollständig ausgebucht.

Der Vizepräsident der Kammer, Dr. Thomas Pfisterer, umriss in seinem Grußwort die Position der Landestierärztekammer zum Thema Ferkelkastration:
Die beiden in den Augen der Tierärzteschaft gangbaren Wege sind: vor allen Dingen die Immunokastration (Improvac) oder ggf. die genetisch selektierte Ebermast. Der in den Medien teilweise in die Diskussion eingebrachte „4. Weg“, sprich eine Lokalanästhesie (mit teils nicht einmal dafür zugelassenen Medikamenten) durch den Landwirt, ist aus fachlicher Sicht nicht haltbar. Dies gilt auch für die Anwendung von Isofluran durch Landwirte. Ebenso wird die Änderung bestehender rechtlicher Vorgaben (TierschG, AMG) abgelehnt, wenn sie lediglich dem Zweck dient, aus Kostengründen einem alternativen Weg Raum zu machen, der die Anwendung von Betäubungsmitteln durch Laien ermöglichen soll.

In dem anschließenden Vortragsprogramm stellte zunächst Prof. Ulrike Weiler von der Universität Hohenheim physiologische Hintergründe der Ebermast vor und in einem zweiten Vortrag die Frage in den Raum, was Management und Immunokastration als Alternativen zur chirurgischen Kastration leisten können. Dr. Susanne Zöls (Schweineklinik der LMU München) steuerte den Vortrag „Chirurgische Kastration und Tierschutz: Bewertung des klassischen Verfahrens und der Alternativen“ bei. Annukka Gehring und Inken Bubeck von EDEKA Südwest stellten die Sicht des Einzelhandels auf das Thema Ferkelkastration dar und das EIP-Projekt „Immunokastration“ vor. Abschließend lieferte Dr.Anke Zankl von der Tierarztpraxis Wesselmann Erfahrungen aus der Praxis mit der Immunokastration. Die Landestierschutzbeauftragte, Dr. Julia Stubenbord, moderierte die Veranstaltung, die sich durch spannende Diskussionen hervortat.

Zusatzinformation: Die Landestierärztekammer Baden-Württembergs ist das Selbstverwaltungsorgan des tierärztlichen Berufsstandes, in der alle Tierärzte des Bundeslandes Mitglied sind. In der Kammer sind aktuell ca. 4.000 Tierärzte Mitglied. Die Mehrzahl ist kurativ in der Groß- oder Kleintierpraxis tätig. Mehr als 500 Tierärztinnen und Tierärzte nehmen im öffentlichen Dienst hoheitliche Aufgaben wahr. Sie überprüfen die Unbedenklichkeit von Lebensmitteln und die Hygiene in Lebensmittelbetrieben, kontrollieren Tiertransporte und Tierhaltungen auf Einhaltungen der tierschutzrechtlichen Bestimmungen, überwachen Einfuhren von Tieren und Lebensmitteln tierischen Ursprungs an den Grenzen und Flughäfen und untersuchen im Labor Lebensmittel und Proben von Tieren.

Ropapharm

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