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Schweinepraxis: Leberverwürfe – Leistungsminderung beachten

Prof. Dr. Steffen Hoy, Universität Gießen, gibt Auskunft

Die Ursache für die Leberverwürfe bei Schlachtschweinen ist zumeist der Befall mit Spulwürmern. Daneben spielen entzündliche Leberveränderungen und stoffwechselbedingte Erkrankungen der Leber eine eher geringe Rolle. Gründe für die oft geringen Informationen über Häufigkeit und Auswirkungen der parasitär bedingten Leberveränderungen sind zum einen der oft unauffällige Verlauf der Erkrankung. Sowohl die Ferkelerzeuger als auch die Schweinemäster sehen es ihren Schweinen nicht immer an, daß sie Würmer in sich tragen. Zum anderen fehlen häufig aussagekräftige Rückinformationen vom Schlachtbetrieb an die Erzeuger über die bei der Fleischuntersuchung festgestellten Leberverwürfe.

Auswertungen in 27 Schlachtbetrieben ergaben im zweijährigen Mittel, daß bei 1,7% bis 11,2% aller Schlachtschweine, die Lebern nach Beanstandung verworfen wurden. Da „ausgeputzte“ Lebern, d.h. Lebern mit Teilbeanstandungen zumeist nach Spulwurmbefall, in vielen Schlachtbetrieben nicht gezählt werden, muß davon ausgegangen werden, daß der tatsächliche Anteil erkrankter Tiere deutlich höher liegt. In Analysen an 2225 Mastschweinen aus einem Mastbetrieb haben wir die Auswirkungen der Leberveränderung auf die Schlachtkörpermasse der Einzeltiere nachweisen können:

12,5% der Tiere besaßen keine Lebererkrankungen und eine Schlachtmasse von 87,6 kg

81,8% hatten Teilverwürfe (ausgeputzte Lebern) und eine Schlachtmasse von 83,9 kg und

5,7% aller Tiere mit Totalverwurf der Leber erzielten 81,2 kg Schlachtmasse !!!

Bei 87,5% der Schlachtschweine betrug somit die Leistungsminderung 3,7 bis 6,4 kg – bezogen auf die Schlachtkörpermasse. Andere Untersuchungen an mehr als 2700 Mastschweinen eines zweiten Betriebes ergaben im Mittel bis 79,8% gering- bis hochgradiger Leberveränderungen nach Spulwurmbefall. Dabei ließ sich ein deutlicher Zusammenhang mit den Lungenveränderungen nachweisen: Mit zunehmendem Schweregrad der Lungenentzündung erhöhte sich auch der Anteil an parasitär bedingten Leberveränderungen. Während von den lungengesunden Schweinen 68,2% eine Leberläsion unterschiedlichen Ausmaßes aufwiesen, waren von den Stallgefährten mit schweren Lungenerkrankungen 85,1% zugleich von Leberveränderungen betroffen.

In Untersuchungen an 1058 gleichaltrigen Mastschweinen eines dritten Betriebes wurden die Einflüsse des gleichzeitigen Wirkens von Lungen- und Lebererkrankungen auf die Mast- und Schlachtleistung geprüft. Mastschweine ohne Lungen- und ohne Lebererkrankungen (2,7% aller Tiere) erreichten eine Schlachtmasse von 90,6 kg. 84,6% der Mastschweine mit Lungen- und/oder Leberläsionen besaßen eine um 1,6 bis 11,2 kg geringere Schlachtkörpermasse. Schlachtschweine mit Totalverwurf von Lunge und Leber nach Erkrankung hatten eine um 12,4% verminderte Leistung (Schlachtmasse = 79,4 kg).

Weitere Verlaufsuntersuchungen in einem vierten Betrieb zeigten deutlich niedrigere Quoten an Leberveränderungen, aber eine klare Zunahme der Leberverwürfe mit steigender Anzahl an Umstallungen und Buchtenpartnerwechsel (von 5,1% auf 11,1%). Mit zunehmender Anzahl an Tierkontakten wurde offensichtlich die Möglichkeit größer, daß die Tiere sich über Kotberührung infizierten. Bei den Spulwurmeiern handelt es sich um widerstandsfähige Eier, die leicht anhaften.

Dies zeigte sich auch bei unseren Versuchen mit dem Kompoststall- Verfahren. Tiere, die auf diesem Tiefstreusystem gehalten wurden, besaßen Häufigkeiten pathologischer Leberveränderungen von zumeist 45% bis 100%. Dagegen erreichte die Quote Leberläsionen bei den Vergleichstieren auf Spaltenboden mit Güllekeller mit einer Ausnahme höchstens den Wert von 5%.

Fazit: Über die Erfassung der Leber- (und Lungen-) Verwürfe bei Schlachtschweinen und die Rückinformation an die Erzeuger kann der wirtschaftliche Schaden sichtbar gemacht werden. Mit dem Hoftierarzt sind auf dieser Grundlage Behandlungsprogramme festzulegen, deren Erfolg wiederum durch die Auswertung der Leberverwürfe kontrolliert werden kann.

Quelle: Prof. Dr. Steffen Hoy (Landwirt), Universität Gießen

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