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Wildvögel als Frühwarnsystem für Aviäre Influenza

(idw) – Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) testet wöchentlich rund 100 Tupfer- und Organproben von Wildvögeln auf Influenzaviren. Die Proben, die u.a. aus dem derzeit bundesweit durchgeführten Wildvogelmonitoring stammen, waren in der Erstuntersuchung in den Untersuchungsämtern der Länder auffällig und werden nun im nationalen Referenzlabor für die aviäre Influenza am FLI nachuntersucht. Im Rahmen der Maßnahmen gegen die Geflügelpest gibt das Wildvogelmonitoring wertvolle Informationen über die bei Wildvögeln derzeit bei uns vorkommenden Influenzaviren. Es dient gleichzeitig als Frühwarnsystem für eine etwaige Einschleppung der asiatischen Geflügelpest. Obwohl wie erwartet eine Vielzahl von aviären Influenzaviren in Wildvögeln nachgewiesen wurden, wurde bis jetzt kein Virus vom Typ H5N1 gefunden.

Wildvögel, insbesondere wilde Wasservögel wie Enten und Gänse, sind das natürliche Reservoir für gering pathogene Influenzaviren. Diese Viren rufen beim Hausgeflügel keine oder nur milde Erkrankungen hervor. Die Wildvögel stellen aufgrund der Reservoirfunktion ein Frühwarnsystem für die Einschleppung potentiell gefährlicher Influenza-A-Viren dar.

Um einheimisches Geflügel vor einer möglichen Übertragung durch Wildvögel zu schützen, wird neben dem geltenden Aufstallungsgebot ein erweitertes Monitoring von Wildvögeln durchgeführt. Zu den untersuchten Arten gehören vorrangig im Zug befindliche Enten- und Gänsearten. Das Beprobungsprogramm stützt sich auf Beringungsstationen, Naturschutzbehörden und Jäger. Sie entnehmen nach Anweisung der zuständigen Veterinärbehörde oder des FLI Proben wie Rachen- und Kloakentupfer oder Kot. Die Proben werden in einem speziellen Transportgefäß an die zuständige Untersuchungseinrichtung geschickt und dort auf Influenzaviren getestet. Auffällige Proben werden dann am nationalen Referenzlabor auf der Insel Riems nachuntersucht und genauer charakterisiert.

Das Nationale Referenzlabor für Aviäre Influenza des FLI testet bereits seit 2001 verstärkt Proben aus dem Wildvogelmonitoring in den deutschen Zugvogelrastgebieten. In enger Zusammenarbeit mit Beringungszentralen, ehrenamtlichen Vogelberingern, Jägern und freiwilligen Helfern wurden seitdem rund 4000 Rachen- und Kloakentupferproben von über 75 Wildvogelarten gesammelt und untersucht. Die Wissenschaftler fanden bis jetzt 44 Influenzaviren von insgesamt 8 verschiedenen Subtypen.

Mit zwölf Proben traten am häufigsten Viren des Subtyp H10 auf, neun Proben enthielten Subtyp H2, je sieben Proben H3 und H4. Auch vier Virenstämme des Subtypen H5 wurden festgestellt, darunter einmal H5N2 und dreimal H5N3. Außerdem kamen noch je zweimal die Subtypen H7 und H13 sowie einmal H11 vor.

Alle Virusisolate sind gering pathogen und für Geflügel und Menschen ungefährlich. Der hoch pathogene Erreger der Geflügelpest H5N1, die derzeit Asien grassiert, wurde in Deutschland bis heute nicht nachgewiesen.

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