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Chirurgen sollen Antibiotikaprophylaxe vor Operationen reduzieren; Antibiotika korrekt dosieren und unnütze Gaben vermeiden

doc_spritzeBerlin (aho) – Während in der Veterinärmedizin seit Jahren über die fachgerechte Anwendung von Antibiotika gestritten wird, setzt jetzt auch unter Humanmedizinern eine solche Diskussion ein. Im Kampf gegen gefährliche Krankenhausinfektionen wollen Experten aus der Humanmedizin die vorbeugende Antibiotikagabe bei Operationen reduzieren. „Es ist unnütz, nach der Operation weiterhin vorbeugend Antibiotika zu verabreichen“, erklärte Privatdozent Dr. med. Christian Eckmann von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) am Dienstag in Berlin.

Unnötiger Gebrauch fördert multiresistente Krankenhauskeime

Durch einen unnötige Antibiotikaanwendung werde die Entstehung und Verbreitung lebensgefährlicher Krankenhausinfektionen gefördert – es entwickeln sich sogenannte multiresistente Krankenhauskeime, die auf gängige antibakterielle Wirkstoffe nicht mehr ansprechen. So könne eine unnötig lange Antibiotikatherapie das Gleichgewicht der Darmflora stören – mit der Folge, dass sich Erreger ausbreiten und Giftstoffe bilden, die lebensbedrohliche Darminfektionen auslösen, so Eckmann in einer Presseinformation.

Bei bis zu zwanzig Prozent aller Patienten, die im Bauchraum operiert werden, treten Wundinfekte auf. Um diese Anzahl zu verringern, hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) einen 5-Punkte-Plan zum Umgang mit Antibiotika vor und nach operativen Eingriffen entwickelt.

An erster Stelle dieses Leitfadens steht die Auswahl eines geeigneten Antibiotikums in korrekter Dosierung. „Eine interdisziplinäre Gruppe erstellt dazu eine Liste mit Empfehlungen“, erklärte Professor Dr. med. Stefan Maier, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Kaufbeuren. Die Liste berücksichtigt, welche Erreger bereits Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt haben. „Die Liste soll aber auch aufzählen, welche Eingriffe – wie etwa Schilddrüsen-Operationen – ohne Antibiotika erfolgen können“, ergänzte Privatdozent Dr. med. Christian Eckmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Peine. Beide Experten leiten die Arbeitsgruppe Viszeralchirurgische Infektionen der DGAV.

Punkt zwei: Wer soll das Medikament geben? Der Prophylaxe-Plans legt fest: Es ist Aufgabe der Anästhesie, das Antibiotikum zu verabreichen. Diese Regelung soll damit drittens sicherstellen, dass die Prophylaxe zuverlässig sechzig bis dreißig Minuten vor dem Eingriff erfolgt. „Das ist der optimale Zeitpunkt“, so DGCH-Experte Maier.

Punkt vier: Dauert die Operation voraussichtlich nicht länger als drei Stunden, ist diese einmalige Gabe – Fachleute sprechen von einem „single shot“ – ausreichend. „Nur bei längerer Operation oder einem starken Blutverlust sollte das Antibiotikum während des Eingriffs erneut gegeben werden“, erklärt Maier.

Punkt fünf des Leitfadens legt fest, dass eine Gabe von Antiinfektiva über die Operation hinaus unbedingt unterbleiben sollte. „Dieser letzte Punkt ist uns besonders wichtig“, betont Eckmann. „Es ist unnütz, nach der Operation weiterhin vorbeugend Antibiotika zu verabreichen.“ Durch diesen unnötigen Gebrauch werde die Entstehung und Verbreitung lebensgefährlicher Krankenhausinfektionen gefördert – es entwickeln sich sogenannte multiresistente Krankenhauskeime, die auf gängige antibakterielle Wirkstoffe nicht mehr ansprechen.
Antibiotikaprophylaxe ist Thema einer Sitzung auf dem DGCH-Kongress am 27. März 2014 von 14.30 bis 16.00 Uhr.

Das niedersächsische Gesundheitsministerium hatte bereits im Jahr 2012 versucht, Humanmediziner mit einer Antibiotika-Fibel zum verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika zu bewegen.

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