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Botuliusmus: Es muss nicht immer Silage sein!

Welche Rolle spielen Küchenabfälle?

(aho) Der Botulismus ist eine der gefährlichsten Lebensmittel- und Futtervergiftungen und endet bei Rindern fast immer tödlich. Ursache ist das Toxin des Bakteriums Clostridium botulinum. Es produziert das Nervengift Botulin, das die Reizübertragung zwischen Nerv und Muskel blockiert. Botulin ist das stärkste in der Natur vorkommende Gift, nach Literaturangaben ist es 30.000 Mal giftiger als Dioxin. Ursache für das Auftreten von Botulismus sind fast immer Tierkadaver, die in das Futter gelangt sind. In diesem eiweißreichen Material finden die Bakterien die besten Vermehrungsbedingungen. Häufig sind dies Silagen, die unter Luftabschluss gelagert werden (H. Böhnel: Botulismus – eine vergessene Erkrankung? Berl. Münch. Tierärztl. Wschr. 112, 139–145; 1999)

Erst in diesem Sommer sind in drei landwirtschaftlichen Betrieben in Nordrhein-Westfalen und Hessen 69 Rinder an Botulismus verendet sind. Die Erkrankungen wurden wahrscheinlich durch Futter hervorgerufen, in dem tote Kleinnager (Ratten, Mäuse) enthalten waren (Bft- spezial Nr. 18, Sept. 1999).

Die Bundesanstalt für veterinärmedizinische Untersuchungen in Innsbruck berichtet in der Wiener Tierärztliche Monatsschrift (Glawischnig, W., Schöpf, K., Schönbauer, M.: Botulismus in einem Rinderbestand, S.178, 1999 ) über einen Ausbruch von Botulismus in einem Rinderbetrieb. Innerhalb von 10 Tagen erkrankten insgesamt 21 Rinder aller Alters- und Geschlechtsklassen. Müdigkeit, leichtes Schwanken im Stehen sowie langsame Futteraufnahme waren die ersten Krankheitsanzeichen. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit hatten die Rinder Schwierigkeiten beim Aufstehen oder waren bereits mit zum Körper hin eingeschlagenem Kopf festliegend und schläfrig. Auffallend war die schlaffe Lähmung der Schwanzmuskulatur sowie der stark verminderte Muskeltonus der Zunge. Alle erkrankten Tiere mußten notgeschlachtet oder euthanasiert werden. Aufgrund des Vorberichtes und des Fehlens von besonderen pathologischen Veränderungen bei der Sektion wurde die Verdachtsdiagnose Botulismus gestellt. In Probenmaterial konnte durch eine gaschromatographische Untersuchung des Toxins von Clostridium botulinum Typ C2 nachgewiesen werden. Als Vergiftungsquelle wurden hier Küchenabfälle aus der Gastronomie vermutet.

Diese Vermutung ist nicht von der Hand zu weisen, da z.B. Bienenhonig bei Säuglingen als Quelle für Botulismus identifiziert wurde (RKI: Epidemiologisches Bulletin 37/98, 18.11. 1998). In der Schweiz wurden mehr als 12 Fälle von Botulismus beim Menschen dokumentiert, denen als Ersteklasse-Passagiere auf einem Langstreckenflug ein Brie – Käse serviert wurde. Beim Hersteller des Käses konnte dann in der gleichen Produktionscharge Clostridium botulinum Typ B direkt nachgewiesen werden (KMI- Info, Juli 97: Der besondere Fall: Botulismus). Dann sind es Oliven, die den gefürchteten Erreger in sich tragen (Pressemitteilung Bundesministerium für Gesundheit Nr. 100 vom 23.12.96: Botulismuserreger in bestimmten italienischen schwarzen Oliven), Thunfischkonserven aus der Republik Elfenbeinküste (bmg: dpa – Meldung 4006) oder Räucherfisch (BR-Radionachrichten: Aktuelle Meldungen 18.01.1997: Botulismus-Erreger in Aldi- Räucherfisch „Renke“ nachgewiesen). Und erst kürzlich berichtete die Nachrichtenagentur AP am 4. 11. 1999) von zwei Männern, die nach dem Verzehr unzureichend erhitzter Wurstkonserven mit schwersten Vergiftungserscheinungen in das Klinikum Meiningen eingewiesen wurden. Einer von ihnen leidet an Atemlähmung und liegt seit zwei Wochen in einem künstlichen Koma.

Anmerkung: Für Produzenten von Lebensmitteln ist es verlockend, Restmengen und „zweifelhafte Chargen“ ohne weitere Kontrolle aus der Lebensmittelverarbeitung über den Tiermagen zu entsorgen. Dies sollte Tierärzte und Landwirte dazu anhalten, das oft preiswert oder kostenlos angebotene Material kritisch zu prüfen.

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