animal-health-online®
Redaktion Grosstiere

Zwischenablage01 powered by ...
T O P N E W S ►

Humanmedizin: Antibiotika werden zu oft falsch eingenommen

Stuttgart (aho) – Antibiotika werden in Deutschland zu häufig vom Arzt verordnet und dann vom Patienten oftmals auch noch falsch eingenommen. Die Wirkung der als Wundermittel bekannten Arzneien lässt deshalb immer mehr nach. „Wir stehen am Anfang einer gefährlichen Entwicklung“, sagt Wolfgang Witte, Mikrobiologe am Robert-Koch-Institut, dem Magazin Reader’s Digest. Andere Fachleute berichten in der Mai-Ausgabe des Magazins ähnliches. Der Tenor: Besonders robuste Bakterien sind längst resistent geworden gegen die Medizin, die der Mensch einnimmt. Der ganze Bericht ist in der Mai-Ausgabe des Magazin Reader’s Digest nachzulesen. Sie ist ab dem 26. April 2004 im Handel.

Die Zahlen sind beeindruckend. Jährlich wurden in Deutschland zuletzt Antibiotika im Gesamtwert von rund 750 Millionen Euro verordnet. Das bedeutet: Im Schnitt entfallen auf einen 20- bis 40-Jährigen etwa fünf Tagesdosen. Und: Inzwischen sind über 400 Präparate auf dem Markt, gegen die häufigsten Erreger gibt es gleich mehrere Mittel. Doch die Menge allein hilft nicht, um die Bakterien zu besiegen. „Die Ärzte verschreiben zu viele Antibiotika“, kritisiert Umweltmediziner Franz Daschner von der Universität Freiburg. Sein Vorwurf: „30 bis 50 Prozent aller Verordnungen in Klinik und Praxis sind überflüssig.“ Daschner gibt dabei den Patienten eine Mitschuld: „Sie haben eine zu hohe Erwartungshaltung gegenüber ihren Ärzten und möchten, dass der Doktor sofort etwas verschreibt.“

In der Tat, so berichtet Reader’s Digest unter Berufung auf Studien, verordnen Ärzte bei 80 Prozent der Erkältungen Antibiotika, obwohl solche Infekte meist durch Viren ausgelöst sind, die Bakterienkiller also gar nichts ausrichten können. Hinzu kommt nicht selten die falsche Behandlungsdauer. Denn eine zu lange Einnahme der Antibiotika kann genauso problematisch sein wie eine zu kurze. Viele Patienten hören obendrein mit der Einnahme zu früh auf, weil es ihnen wieder besser geht. Erreger, die zwar angeschlagen, aber noch nicht tot sind, können sich dadurch wieder erholen und vermehren. Beim nächsten Mal, wenn das Medikament eingenommen wird, sinkt seine Wirkung also automatisch oder versagt sogar ganz.

Denn Bakterien, die den Einsatz eines Antibiotikums überlebt haben, vermehren sich besonders schnell. „Das sind lebendige Wesen, die sich eben wehren“, sagt Helga Rübsamen-Waigmann, Chemikerin bei der Bayer AG. Besonders alte und schwache Menschen sind deshalb anfällig dafür, dass eine Infektion nach vorübergehender Besserung wieder eintritt. Unter Fachleuten gilt der Staphylococcus aureus – kurz MRSA genannt – als Beispiel für einen Superkeim, der vor allem durch schlechte hygienische Bedingungen in Krankenhäusern, aber auch in Alten- und Pflegeheimen auftritt. Sollte der Erreger mit offenen Wunden in Berührung kommen, kann er tödliche Folgen haben. Aber auch in Urlaubsländern wie Spanien, Italien und Frankreich lauern jede Menge resistente Bakterien. Der Grund: Dort werden noch mehr Antibiotika als hier zu Lande verschrieben, in Spanien sind die Mittel gar rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Schon warnen Experten wie Professor Witte davor, dass aus Russland oder anderen GUS-Staaten, wo mit billigen Antibiotika besonders leichtfertig umgegangen wird, der Tuberkulose-Erreger wieder nach Europa eingeschleppt wird – jene Krankheit also, die noch bis ins 20. Jahrhundert hinein oft tödlich endete und erst mit Antibiotika wie Penicillin besiegt wurde.

Mediziner aus ganz Europa fordern daher einschneidende Maßnahmen, um der zunehmende Resistenz bei zahlreichen Keimen zu begegnen.

1. Kliniken, Praxen und Patienten sollten mehr als bisher über den richtigen Antibiotika-Einsatz aufgeklärt werden.

2.Die Hygiene muss weiter verbessert werden, zum Beispiel durch Desinfektion und Sterilisation von Geräten und durch gründliches Waschen der Hände, gerade in Praxen und Krankenhäusern.

3. Um den Einsatz von Antibiotika vorzubeugen, kann man sich impfen lassen. Vor allem die Impfungen gegen Infektionskrankheiten wie Tetanus, Diphtherie und Lungenentzündung sollte man spätestens alle sechs bis zehn Jahre auffrischen lassen.

Suche



Datenschutzerklärung

TOPIC®-Klauen-Emulsion und Gel: Bei Mortellaro Präparate ohne Wartezeit einsetzen! DSC_0014

Die Folgen der kastrationslosen Ebermast: Ungenießbares Eberfleisch stört das Vertrauen der Verbraucher

Fragen und Antworten zur 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes.

Antibiotikaverbräuche in Human- und Veterinärmedizin: Was ist viel & Und wer verbraucht "viel"?



logo-rathjens

Topic-Logo

tierbestand12-13

Penisbeißen in der Ebermast: ... sofort rausnehmen, sonst ist da die Hölle los! Penis_Zeller_Beringer_02

Das arttypische Verhalten der Eber sorgt für Unruhe in der Ebermast.



Bis zu 1 % ungenießbare Stinker: 24.000.000 kg Schweinefleisch in die Tonne?

Antibiotikaverbräuche in der Tierhaltung: Genau hinschauen lohnt sich

Tunnelblick: Stinkefleisch ist nicht das einzige Problem der Ebermast

Eberfleisch mit Geschlechtsgeruch: "Ich befürchte, dass der Fleischkonsum schleichend zurückgeht"


gesundheit

Interaktive Tierseuchenkarte




Isofluran-Gasnarkose
Ferkelkastration, Ebermast, Eberimpfung
Verbraucherschutz: Paratuberkulose & Morbus crohn
Toxoplasmose bei Schweinen, Geflügel und Menschen
Botulismus
Morbus Crohn durch Mykobakterien: Ein Verdacht wird zur Gewissheit
Topic®-Emulsionspray und Gel decken ab, lösen Verkrustungen, trocknen aus und sind gegen Bakterien und Pilze konserviert. Die Topic®-Produkte neutralisieren den tierspezifischen Eigengeruch und Gerüche von Entzündungssekreten z.B. beim Zwischenschenkelekzem, Sommerekzem, Kannibalismus, Mauke, Huf- oder Klauenveränderungen. Der versorgte Bereich wird so für Insekten (Fliegen) wenig attraktiv. Die Emulsion und das Gel können auch unter Verbänden und im Zwischenschenkelbereich von Kühen eingesetzt werden.

Zoonosen



Beliebte Beiträge



Morbus Crohn & ParaTb



Prof. Borody im Interview bei YouTube.