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Ekelhafte und tierquälerische Zustände: Putenhalter in Emstek seit 2008 im Visier der Behörden; Veterinäramt will Bußgeldverfahren einleiten

[Verrottender Kadaver im Einstreu]

Bremen/Cloppenburg (aho) – Der Landkreis Cloppenburg ermittelt gegen einen Putenhalter in Emstek (Kreis Cloppenburg) wegen katastrophaler Haltungsbedingungen und Tierquälerei. Das bestätigte am Montag ein Sprecher des Kreises auf Anfrage von Radio Bremen. Die Vegetarier- und Tierschutz-Organisation PETA war nach eigenen Angaben acht Mal heimlich – zuletzt in der Nacht vom 5. auf den 6. April – in die unverschlossenen Ställe eingedrungen und hatten kranke, lebende und tote Tiere sowie verwesende Kadaver gefilmt. Ebenso sollen Filmaufnahmen, die große Mengen von Tierarzneimitteln und entleerter Packungen zeigen, von diesem Betrieb stammen. Im Laufe der sechsmonatigen Recherche habe sich der Zustand der Tiere und der Ställe verschlimmert, so die Organisation.

Die Tierrechtler haben Anzeigen genen den Putenmäster, das Cloppenburger Veterinäramt und den zuständigen Amtstierarzt unter anderem wegen fehlender Sanktionen gegen die Haltungsbedingungen bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg gestellt.

Bei Kontrollen des Landkreises Cloppenburg sei der Landwirt bereits 2008 auffällig geworden und habe eine ordnungsbehördliche Verfügung aufgrund tierseuchen- und tierschutzrechtlicher Verstößen bekommen, sagte ein Kreissprecher gegenüber Radio Bremen. Aktuell plane der Kreis jetzt ein Bußgeld-Verfahren wegen der Zustände im Stall.

Der Geflügelproduzent Heidemark wies alle Vorwürfe der Tierschutzorganisation zurück. Der in Rede stehende Putenmäster habe zwar Futter von Heidemark bezogen und gelegentlich Tiere bei dem Unternehmen schlachten lassen. Es handele sich aber um einen unabhängig von Heidemark arbeitenden Betrieb. Das Fleisch von Tieren, die man im Auftrag des Mästers geschlachtet habe, sei nicht als Heidemark-Produkt vermarktet worden.

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