animal-health-online®
Redaktion Grosstiere

Zwischenablage01 powered by ...
T O P N E W S ►

Mangelnde Hygiene: Krankenhäuser verbreiten Antibiotika-resistente Bakterien

Berlin (aho) – 20.000 bis 40.000 Menschen sterben pro Jahr durch Infektionen an deutschen Krankenhäusern. Gleichzeitig breiten sich multi-resistente Erreger schnell aus. Hiermit sind Erreger gemeint, die gegen drei oder mehr Antibiotika resistent sind. Sie können nur noch mit einer Mischung von Reserveantibiotika behandelt werden.

Anlässlich des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit 2008 richtet deshalb die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) den dringenden Appell an die Politik: Der Infektionsepidemie an deutschen Krankenhäusern muss umgehend mit gesetzlichen Vorschriften begegnet werden.

„Jedes Jahr sterben zehntausende Menschen, weil die Politik nicht entschieden handelt“, betont der Sprecher der DGKH, Dr. Klaus-Dieter Zastrow. „Das Schlimme dabei ist, dass wir genau wissen, was zu tun ist. Das Robert-Koch-Institut hat seit 1976 fortlaufend Richtlinien zur „Krankenhaushygiene“ erarbeitet, die sich überall dort, wo sie angewendet werden, auch bewährt haben.“

Das Problem ist, dass zu viele Krankenhäuser diese Richtlinien ignorieren. Das ist nicht zu billigen, denn jeden Tag aufs Neue geht es um Menschenleben. Wir brauchen dringend Ärzte für Hygiene und Hygienefachkräfte in allen Krankenhäusern. Alle Krankenhäuser müssen gesetzlich verpflichtet werden, dieses Personal zum Schutz der Patienten einzustellen.“

Multiresistente Erreger stoppen

Die große Gefahr besteht darin, dass gegen diese multiresistenten Erreger irgendwann gar keine Mittel mehr wirken. „Wir müssen ihre Verbreitung endlich stoppen“, fordert Zastrow. „Es ist nicht hinzunehmen, dass Krankenhäuser als Verbreitungsstätte dienen.“

In der Tat sind multiresistente Erreger, der derzeit häufigste ist der MRSA, in Krankenhäusern besonders häufig anzutreffen. Ihr Anteil gegenüber Antibiotika empfindlichen Keimen hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verzehnfacht.

Was ist zu tun?

Infektionen im Krankenhaus lassen sich vermeiden. Nachbarländer machen es vor. So die Niederlande, wo MRSA-Infektionen höchst selten sind, weil jeder neu eingelieferte Patient gezielt auf MRSA untersucht wird.

Aber auch in Berlin und anderen Teilen Deutschlands gehen einzelne Krankenhäuser mit gutem Beispiel voran. So haben die Vivantes-Kliniken in Berlin und das Klinikum Greifswald ein Screening-Programm eingeführt, in dem Risikopatienten auf Erreger untersucht werden. Infizierte und besiedelte Patienten werden sofort von anderen Patienten getrennt. Der Erfolg spricht für sich: Seit Einführung des Programms haben sich kaum noch Patienten mit MRSA angesteckt.

„Die Anforderungen sind klar“, betont Zastrow. „Jedes Krankenhaus muss ein Screening-Programm unterhalten und es muss eine Meldepflicht für jeden MRSA-Fall geben.“

Mangelnde Hygiene

Ob hoch resistente oder andere Erreger: Die jährlich rund 800.000 Infektionen an deutschen Krankenhäusern sind Ausdruck mangelnder Hygiene. „Mit den richtigen Hygienemaßnahmen im Krankenhaus lassen sich Infektionen von Patienten verhindern“, erklärt Zastrow. „Dazu reicht es aber nicht, Ärzte und Pfleger an regelmäßige Händedesinfektion zu erinnern. Ausreichende Hygienemaßnahmen lassen sich ohne spezialisierte Fachkräfte wie den Facharzt für Hygiene oder Hygienefachpflegekräfte nicht garantieren.

Die Forderungen der DGKH und die Richtlinien des RKI lauten: Jeweils ein Arzt für Hygiene für Krankenhäuser mit mehr als 450 Betten, sowie eine Hygienefachkraft für 300 Betten. Dieses muss im Infektionsschutzgesetz (IfSG) gesetzlich verankert werden.

Hygiene rechnet sich

Screening-Programme und Hygienefachpersonal rechnen sich für jedes Krankenhaus, weil die Kosten hierfür um ein vielfaches niedriger sind, als die Folgekosten die durch Infektionen verursacht werden.

„Wir können aber nicht warten, bis das letzte Krankenhaus verstanden hat, dass sich Vorsorge rechnet. Es geht um Patientenleben. Die muss der Staat jetzt schützen“, so Dr. Klaus-Dieter Zastrow von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH).

Suche



Datenschutzerklärung

TOPIC®-Klauen-Emulsion und Gel: Bei Mortellaro Präparate ohne Wartezeit einsetzen! DSC_0014

Die Folgen der kastrationslosen Ebermast: Ungenießbares Eberfleisch stört das Vertrauen der Verbraucher

Fragen und Antworten zur 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes.

Antibiotikaverbräuche in Human- und Veterinärmedizin: Was ist viel & Und wer verbraucht "viel"?



logo-rathjens

Topic-Logo

tierbestand12-13

Penisbeißen in der Ebermast: ... sofort rausnehmen, sonst ist da die Hölle los! Penis_Zeller_Beringer_02

Das arttypische Verhalten der Eber sorgt für Unruhe in der Ebermast.



Bis zu 1 % ungenießbare Stinker: 24.000.000 kg Schweinefleisch in die Tonne?

Antibiotikaverbräuche in der Tierhaltung: Genau hinschauen lohnt sich

Tunnelblick: Stinkefleisch ist nicht das einzige Problem der Ebermast

Eberfleisch mit Geschlechtsgeruch: "Ich befürchte, dass der Fleischkonsum schleichend zurückgeht"


gesundheit

Interaktive Tierseuchenkarte




Isofluran-Gasnarkose
Ferkelkastration, Ebermast, Eberimpfung
Verbraucherschutz: Paratuberkulose & Morbus crohn
Toxoplasmose bei Schweinen, Geflügel und Menschen
Botulismus
Morbus Crohn durch Mykobakterien: Ein Verdacht wird zur Gewissheit
Topic®-Emulsionspray und Gel decken ab, lösen Verkrustungen, trocknen aus und sind gegen Bakterien und Pilze konserviert. Die Topic®-Produkte neutralisieren den tierspezifischen Eigengeruch und Gerüche von Entzündungssekreten z.B. beim Zwischenschenkelekzem, Sommerekzem, Kannibalismus, Mauke, Huf- oder Klauenveränderungen. Der versorgte Bereich wird so für Insekten (Fliegen) wenig attraktiv. Die Emulsion und das Gel können auch unter Verbänden und im Zwischenschenkelbereich von Kühen eingesetzt werden.

Zoonosen



Beliebte Beiträge



Morbus Crohn & ParaTb



Prof. Borody im Interview bei YouTube.