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Flüsse und Bäche in Niedersachsen mit Human-Pharmaka belastet +++ Osnabrück, Hannover und Braunschweig sind Problemregionen

Klaeranlage-Xavigivax[Kläranlagen können Human-Pharmaka kaum zurückhalten] Jülich/Hannover (aho) – 30 Prozent aller Fließgewässer in Niedersachsen sind durch Arzneimittel belastet. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Jülicher Agrosphärenforscher Dr. Björn Tetzlaff jetzt im niedersächsischen Umweltministerium vorstellte. Im Zentrum der Untersuchung standen die Wirkstoffe Carbamazepin, Diclofenac und Sulfamethoxazol. Die Rückstände gelangen über die Abwässer von Kläranlagen in die Flüsse.

gewaesser-am-belastungLaut Studie sind 7 Prozent der Flüsse hoch und sehr hoch, 7 Prozent mittel und 16 Prozent gering belastet. Hoch belastete Flussabschnitte sind typisch für die Ballungsräume Osnabrück, Hannover und Braunschweig. In diesen dicht besiedelten Gebieten führen Gewässer zum Teil zu wenig Wasser, um die Abwässer von Kläranlagen ausreichend zu verdünnen. Dementsprechend sind weite Abschnitte der Flüsse Hase, Wietze, Fuhse und Oker stark belastet. Nur 16 Prozent können als sehr gering oder gering belastet betrachtet werden, zum Beispiel Gewässer im Bereich der Lüneburger Heide. Grund für die Belastung ist, dass bestimmte Human-Pharmaka, wie zum Beispiel auch die weit verbreiteten Schmerzmittel, von kommunalen Kläranlagen bislang nicht ausreichend abgebaut werden. Die Höhe der Belastung ist davon abhängig, in welchem Maß die Gewässer durch Abwasser beeinflusst werden. Je höher der Abwasseranteil in bestimmten Gewässerabschnitten ist, umso höher wird auch die zu erwartende Belastung mit Arzneimitteln sein.

Umweltminister Stefan Wenzel: „Antibiotika, Rheumamittel und andere Arzneimittel gehören nicht in unsere Bäche und Flüsse. Der Eintrag in die Gewässer muss wo immer möglich an der Entstehungsstelle vermieden werden.“ Deshalb muss bei der Stoffzulassung dieser Aspekt künftig viel stärker berücksichtigt werden. Nur so könne die Belastung der Gewässer mit anthropogenen Mikroschadstoffen wirkungsvoll verringert werden. Das Forschungsvorhaben trage dazu bei, die unterschiedlichen Ursachen und Eintragswege besser verfolgen zu können. Die Ergebnisse sind auch gut geeignet, um als Grundlage für die weitere Beobachtung der Einträge von Antibiotika und Resistenzen in die Umwelt zu dienen. „Langfristige Trends müssen verfolgt und notwendige Maßnahmen abgeleitet werden“, so Wenzel. Diese müssen an der Quelle ansetzen.

Viele Arzneimittel werden vom menschlichen Körper nicht abgebaut und auch in Kläranlagen nicht zurückgehalten. So gelangen sie in Oberflächengewässer. Bislang unbekannt war jedoch, wie sich die die Konzentrationsniveaus räumlich verteilen und wo in Deutschland Belastungsschwerpunkte sind. Die Vielzahl an Arzneiwirkstoffen (mehrere Tausend in Deutschland) sowie der demographische Wandel und die damit einhergehende Zunahme des Arzneikonsums verstärken das Problem.

Dazu simulierten die Jülicher Forscher den Abfluss in den Fließgewässern und verknüpften die Ergebnisse mit Daten zu 450 Kläranlagenabläufen. So ließ sich für jeden Flussabschnitt der Abwasseranteil an der natürlichen Wasserführung ermitteln und auf die zu erwartende Belastung mit Arzneimitteln schließen. Außerdem konnte die Belastungswirkung jeder einzelnen Kläranlage angegeben werden. Weitere Messdaten, unter anderem zu Arzneimittel-Konzentrationen, wurden verwendet, um die Berechnungsergebnisse zu überprüfen.

Forschungszentrum JülichBelastung der Fließgewässer Niedersachsens mit Human-Pharmaka Forschungsvorhaben im Auftrag des NLWKN (Dr. Dieter Steffen)T/Z1015.03.15 Laufzeit 01.07.2015 – 30.06.2016 Endbericht, 01.09.2016

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