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Paratuberkulose/Morbus crohn: Wissenschaftler weisen spezifische Antikörper bei Crohn-Patienten nach

[Granulom in der Darmwand]
Vancouver/Nouzilly (aho) – Dringt der Paratuberkulose erreger Mycobacterium avium paratuberculosis (MAP) in menschliche Darmzellen ein, so ist er in der Lage, sich in diesen menschlichen Zellen zu vermehren. Das berichten kanadische und französische Wissenschaftler in einer Fachzeitschrift. Sie hatten menschliche Darmzellen im Labor mit MAP von Tieren infiziert. Nach den jetzt vorgelegten Ergebnissen werden im Frühstadium des Eindringens zwei spezifische Proteine gebildet, die für das Überleben von MAP essentiell (zwingend) notwendig sind. Gleichzeitig konnten die Wissenschaftler im Blut von Morbus crohn Patienten Antikörper gegen diese spezifischen Proteine in hoher Konzentration nachweisen.

Der Erreger MAP ist nicht nur für das Krankheitsbild der Paratuberkulose bei Wiederkäuern und anderen Tieren verantwortlich. MAP wird zudem von vielen Wissenschaftlern für die chronische Darmentzündung „Morbus crohn“ verantwortlich gemacht. MAP ist in Milch, Milchprodukten, Fleisch, Gemüse, Oberflächen- und Trinkwasser nachweisbar. Ob die gegenwärtig erhobenen Lebendkeimzahlen in der Milch repräsentativ sind, ist nach neueren Erkenntnissen fraglich, da nachgewiesen wurde, dass der Pasteurisierungsprozess zur Induktion so genannter VBNC („viable but nonculturable“) Bakterienformen führen kann.

Die Experten folgern aus den Befunden, dass MAP eine aktive Rolle beim Krankheitsbild des Morbus crohn haben und so ein Test zum frühzeitigen Nachweis einer MAP-Infektion bei Crohn-Patienten entwickelt werden kann. Allein in Deutschland sind 170.000 Menschen vom Morbus crohn betroffen.

Bach H, Ko HH, Raizman EA, Attarian R, Cho B, Biet F, Enns R, Bressler B.
Immunogenicity of Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis proteins in Crohn’s disease patients.
Scand J Gastroenterol. 2010 Aug 24. [Epub ahead of print]

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