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Paratuberkulosekühe mit schlechter Schlachtleistung und Klassifizierung

Kopenhagen (aho) – Kühe, die an Paratuberkulose leiden, haben bei der Schlachtung ein geringeres Schlachtgewicht und werden auch schlechter klassifiziert. Der Verlust kann sich im Vergleich zu gesunden Tieren auf bis zu 50 % summieren. Darauf wiesen kürzlich dänische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Journal of Dairy Science“ hin. Je nach Ausprägung der Erkrankung war das Gewicht der Tiere um 6 – 10% reduziert. Nicht eingerechnet wurden solche Tiere, die wegen des desolaten Zustandes bereits nach Anlieferung zur Schlachtung unschädlich beseitigt wurden.

Hinzu addieren sich Verluste durch eine schlechtere Klassifizierung der Schlachtkörper, die bei wenig auffälligen Tieren im Bereich von 8 – 17% liegen können. Tiere mit sichtbaren Krankheitszeichen wurden um bis zu 30% schlechter klassifiziert.

Die Wissenschaftler empfehlen, Paratuberkulose-Kühe möglichst früh zu schlachten. Sie erinnern in diesem Zusammenhang auch daran, dass solche Kühe eine deutlich reduzierte Milchleistung haben.

In Dänemark sind etwa 20-30% der Milchkühe von Paratuberkulose betroffen. In 80-85% der dänischen Milchviehbetriebe wurde der Erreger der Paratuberkulose „Mycobacterium avium paratuberculosis“ (MAP) nachgewiesen. Seit Februar 2006 können dänische Rinderhalter am nationalen Paratuberkuloseprogramm teilnehmen. Zur Zeit nehmen 29% der Farmen teil. Diese halten 40% aller dänischen Milchkühe (1).

Neben Dänemark wird die Paratuberkulose in den Niederlanden, USA, Kanada, Neuseeland, Australien und den USA bekämpft. Die Länder möchten ihre Milchwirtschaft vor internationalen und nationalen Handelsrestriktionen bei Milch, Fleisch und Zuchtvieh schützen und innerbetrieblich die Herdenleistung steigern.
Der Erreger MAP ist nicht nur für das Krankheitsbild der Paratuberkulose bei Wiederkäuern und anderen Tieren verantwortlich. MAP wird zudem von vielen Wissenschaftlern für die chronische Darmentzündung „Morbus crohn“ verantwortlich gemacht. MAP ist in Milch, Milchprodukten, Fleisch, Gemüse, Oberflächen- und Trinkwasser nachweisbar.

Zögerliche Politik

Bereits im Jahr 2005 hatten sich Politiker für eine Bekämpfung der Paratuberkulose stark gemacht und auf gesundheitliche Risiken für Verbraucher hingewiesen. Wilhelm Priesmeier, Veterinärexperte der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag in der Bild am Sonntag (BamS): “Wir dürfen den Kopf nicht länger in den Sand stecken, wir müssen bei möglichen Gefahren unverzüglich handeln. Frau Künast sollte umgehend die Forschung verstärken, damit wir Klarheit über die Gefährdung der Bevölkerung bekommen.” Tierarzt Priesmeier verlangte Sofortmaßnahmen: “Wir müssen flächendeckend alle Rinder, Schafe und Ziegen auf Paratuberkulose untersuchen. Kranke Tiere müssen wie bei BSE getötet werden.” Priesmeier geht davon aus, dass mindestens 30 Prozent der Wiederkäuer infiziert sind. Bei insgesamt 13 Millionen Rindern in Deutschland müssten damit mehrere Millionen gekeult werden. Priesmeier warnte in der BamS: “Die Seuche verbreitet sich rasch!”
Die damalige Opposition im Bundestag machte der damals amtierende Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminiserin Renate Künast laut BamS schwere Vorwürfe. Ursula Heinen (CDU): “Frau Künast hat seit 2001 die Hände in den Schoß gelegt und nichts getan.” Hans-Michael Goldmann (FDP): “Künast hat mögliche gesundheitliche Gefahren sowie wirtschaftliche Risiken für die Landwirtschaft ignoriert.” CDU/CSU und FDP sind 2010 verantwortliche Regierungspartner.

(1) A. B. Kudahl, and S. S. Nielsen
Effect of paratuberculosis on slaughter weight and slaughter value of dairy cows
J. Dairy Sci. 2009. 92:4340-4346. doi:10.3168/jds.2009-2039

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