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Ebermast: … „und vollziehen Friktionsbewegungen, die bis zur Ejakulation führen …!

[Das Video zeigt eine Blutung nach dem Aufreiten. Das Blut wird begierig von einem Buchtengenossen aufgeleckt. Das besprungene Tier wehrt sich.] (aho) – Nachdem ein erster Bericht über das Penisbeißen bei unkastrierten Ebern in der Endmast hier auf den Internetseiten von aho erschienen war, erreichten die Redaktion aufgeregte Anrufe und Emails. Hierin wurde die Existenz des Phänomens „Penisbeißen“ abgestritten. Wenn überhaupt, so handele es sich um wenige Einzelfälle.

In der Folgezeit haben aber verschiedene Quellen im In- und Ausland das Phänomen bestätigt. So berichtete Herman Vermeer van der Universität Wageningen im Gespräch mit dem Agrarjournal „Boerderij“, dass auch an belgischen Schlachtbetrieben bei unkastrierten Ebern Hinweise auf Penisbeißen festgestellt wurden. Vermeer sagte der Zeitung, dass das Eberverhalten auch Lahmheiten und Beinprobleme zur Folge hätten.

Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt berichtete unter der Überschrift „Tierschutz ist was anderes“: „Während dieser Entwicklungsphase nehmen aber auch bei gleichgeschlechtlicher Aufstallung Ebertypische Verhaltensmerkmale zu. Das geschlechtstypische Grunzen, das Paarungsbedürfnis signalisiert, ist häufiger und intensiver wahrzunehmen. Die Aggressivität steigt. Es wird bisweilen gebissen und gekeilt. Allgemein wächst die Unruhe in der Bucht. Das Risiko von Verletzungen wächst. Tatsächlich verdoppeln sich die (Teil-)Verluste auf mehr als zwei Prozent“. (2)

In der aktuellen Ausgabe des Agrarmanagers (1) nimmt sich Prof. Dr. Uwe Hühn, Wölfershausen, des Themas an. Der Autor berichtet: „Mit dem Eintritt der Pubertät prägt sich bei männlichen Schweinen unter dem Einflussfluss der Geschlechtshormone auch ein maskulines Aktivitäts – und Sexualverhalten aus, welches mit fortschreitender Reife immer auffällig wird. Die geschlechtsreifen Tiere sorgen für Unruhe, springen auf Buchtengenossen auf und vollziehen Friktionsbewegungen, die bis zur Ejakulation führen und Verletzungen zur Folge haben können“.
Der Autor zitiert weitere Quellen: „Bereits anlässlich des 125. Zentralen Landwirtschaftsfestes im September 2012 in München sorgte eine diesbezügliche Publikation über die Ebermast in bayerischen Betrieben mit eindrucksvollen Fotos für Gesprächsstoff. (Zitat aus dem Bericht: „Es wer den immer wieder Tiere mit blutverschmiertem Rücken und blutendem Geschlechtsteil in der Bucht angetroffen.“). Auch beim Ebermastversuch der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Schwarzenau wurden zum Teil erhebliche Verletzungen beobachtet,die sich die Eber gegenseitig beigebracht hatten.“

Prof. Hühn abschließend: „Nachdem immer mehr Schweinemäster intakte Eber aufstellen, muss diesen tierschutzrelevanten Problemen ernsthaft nachgegangen werden. Dabei ist vor allem zu klären, inwieweit Haltungs- und Fütterungsvarianten Einfluss haben auf die Aktivität und Aggressivität der Tiere, ehe eine flächendeckende Anwendung empfohlen werden kann“. (1)

Das Thema Ebermast und Tierschutz wird auch anlässlich der 12. AVA-Haupttagung vom 14. – 17. März diskutiert:

FRIEDERIKE ZELLER, MÜNCHEN
Ebermast beherrschen – Beobachtungen aus der Praxis – Konfliktlösungen für den beratenden Tierarzt

ACHIM SPILLER, GÖTTINGEN
Kommunikation in der Web2.0 Gesellschaft. Akzeptanz des Verbrauchers moderner Produktionsmethoden am Beispiel Intensivtierhaltung, Anthropomorphismus, Antibiotika, Eberimpfung, …

Literatur:

(1) Prof. Dr. Uwe Hühn, Wölfershausen
Anrüchig?
agrarmanager, Februar 2013, S. 64 – 55

(2) Bauer, K.
Tierschutz ist was anderes
Schlachtunternehmen und Lebensmittelhandel fordern die Ebermast
Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 36, vom 7.9.2012, S. 26 – 27

Siehe auch:

Bauer, K.
Unruhe im Eberstall
Ebermast: Natürlich „riechen“ einzelne Schlachtkörper
Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 37, vom 14.9.2012, S. 34 – 35

Bauer, K.
Verwundungen können erheblich sein
Aus dem Gesichtpunkt des Tierschutzes ist die Ebermast bedenklich
Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 37, vom 14.9.2012, S. 36

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