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Ebermast & Tierschutz: 82% der Eber am Penis verletzt

Eber_blutiger _Bauch_ausschnittMünchen (aho) – Das Phänomen „Penisbeissen“ kann bei Mastebern dramatische Formen annehmen. Wie erste, anlässlich einer Tagung in München vorgestellte Ergebnisse einer an der Klinik für Schweine der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführten Studie belegen, weisen bis zu 82% der Masteber zum Zeitpunkt der Schlachtung mehr oder weniger dramatische Verletzungen am Penis auf. Bilder dokumentierten teils frische, teils vernarbte Verletzungen des Penis bis hin zu Teilverlusten. Im Vergleich hierzu waren die Penisse der Kastraten unverletzt.

Für die Untersuchungen wurden in zwei süddeutschen Betrieben jeweils zwei Durchgänge mit je rund 350 Tieren – buchtenweise nach Geschlechtern getrennt – aufgestallt. Dokumentiert wurden eine Vielzahl von Parametern wie Stallklima, Fütterung und die Aktivität der Tiere. Hierzu gehörten Rangkämpfe, Beißereien und gegenseitiges Aufreiten. Als Aufreitversuche wurden nur Versuche von einer Dauer von mehr als 30 Sekunden gewertet. Im Unterschied zum Aufreiten als Dominanzgeste wie es auch bei Sauen und Kastraten vorkommt, dauert das Aufreiten der Eber teilweise mehrere Minuten. Dabei wurde der Penis ausgeschachtet und es waren Friktionsbewegungen zu beobachten.

Penis_Zeller_Beringer_01Sowohl die besprungenen als auch der gebissenen Eber äußerten ihre Schmerzen in lautem, oft schrillen Schreien („Hilferufe“).

Abgerundet wurde der Vortrag mit Videos von blutüberströmten Ebern und vielen eindrucksvollen Bilder von Penisverletzungen, was bei den anwesenden Tierärztinnen und Tierärzten Zweifel an der Tiergerechtigkeit der ungeschützten Ebermast aufkommen lies.

11. Münchener Fortbildungstag Schweinekrankheiten, 23. Mai 2014, Oberschleißheim

In der Zusammenfassung der zu de Thema erstellten Dissertation ist zu lesen:

„Der beschriebene Versuch wurde im Ausbildungs- und Versuchszentrum Schwarzenau der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), sowie in zwei konventionellen Mastbetrieben in Bayern durchgeführt. Insgesamt wurden 462 Eber, 91 Kastraten und 287 weibliche Mastschweine in die Studie integriert. Von der Einstallung der Tiere in die Mast mit ca. 12 Wochen bis hin zur Schlachtung wurden die Versuchstiere jede Mastwoche beobachtet und beurteilt. Während der Verhaltensbeobachtungen wurde Aktivitätsverhalten ebenso wie aggressive und sexuell motivierte Verhaltensweisen aufgezeichnet. Außerdem wurde vor allem die Haut jedes Tieres beurteilt, die laut WELFARE QUALITY® Protokoll (2009) einen wichtigen Indikator für Gesundheit und Wohlbefinden darstellt. Am Ende der Mast wurden die Tiere mit einem Durchschnittsgewicht von 120 kg geschlachtet und ihre Penisse und Nebennieren entnommen und beurteilt.
Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Eber mehr Sexual- und Aggressionsverhalten demonstrieren als Kastraten und weibliche Mastschweine. Dies führte unter anderem zu mehr Hautverletzungen bei den Ebern. Während die Penisse aller Kastraten komplett unverletzt waren, zeigten 82,8 % (n = 346) der Eber sowohl Narben wie frische Wunden oder beides. Die relativen Nebennierengewichte der Eber waren in allen drei Betrieben schwerer im Gegensatz zu weiblichen Mastschweinen und Kastraten, was möglicherweise einen Hinweis of Stress während der Mast darstellt.
Laut MORTON und GRIFFITHS (1985) ist davon auszugehen, dass Tiere den gleichen Schmerz fühlen wie Menschen. Besonders aufgrund der hohen Inzidenz von Penisverletzungen in der vorliegenden Arbeit sollte die Mast von Ebern hinsichtlich möglicher Tierschutzaspekte weiter diskutiert werden.“

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