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Verbot und Anwendungsbeschränkungen von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung werden geprüft

spritze_2.jpgBad Homburg (aho) – In einem einstimmigen Beschluss fordert die Agrarministerkonferenz (AMK) von Bund und Ländern in Bad Homburg die Bundesregierung auf, „schnellstmöglich“ eine Liste von besonders kritischen Antibiotika vorzulegen, die dann nicht oder nur unter strikten Auflagen in der Veterinärmedizin verwendet werden dürfen. Bestimmte Stoffgruppen sollten der Humanmedizin vorbehalten bleiben. Es sei wichtig, dass diese Liste genaue Anwendungsbedingungen enthalte, sagte die hessische Agrarministerin Priska Hinz (Grüne). Eine Liste sei in Arbeit, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Freitag nach der Veranstaltung. Alle Mittel würden intensiv geprüft, „Verbote sind nicht ausgeschlossen.“ Schmidt wies darauf hin, dass ein Großteil der Antibiotika-Resistenzen in der Humanmedizin entstehe.

In Deutschland fehlt bislang eine belastbare Klassifizierung welche Stoffe und Stoffgruppen überhaupt als Reserveantibiotika gelten. Die World Health Organisation (WHO) stuft beispielsweise die Substanzklassen der Fluorchinolone, der Cephalosporine der 3. und 4. Generation, der Makrolide sowie der Glycopeptide als „critically important antimicrobials“ ein.

Anm. d. Red.: Kolleginnen und Kollegen, die schon etwas länger die Diskussion verfolgen, haben bei solchen Meldungen ein Déjà-vu-Erlebnis. Waren es doch vor rund 10 Jahren die antibiotischen Leistungsförderer, die für die verfahrene Resistenzsituation in der Humanmedizin verantwortlich gemacht wurden. Die letzten antibiotischen Leistungsförderer gingen dann zum 1. Januar 2006 (Verordnung (EG) Nr. 183/2003) vom Markt; nur blieben die Resistenzprobleme in der Humanmedizin.
Mittlerweile sterben an europäischen Kliniken Patienten an Keimen, die auf kein Antibiotikum mehr ansprechen. So Erreger, die mit dem Enzym „Neu-Delhi Metallo-Beta-Laktamase-1“ (NDM-1) bisher alle bekannten Antibiotika wirkungslos machen. In 2009 wurde NDM-1 erstmals in Indien entdeckt und ist dort, sowie in Pakistan weit verbreitet. 2010 wurde erstmals ein Infektion mit NDM-1-bildenden Bakterien in Großbritannien gemeldet. Es folgten einige Berichte von Fällen aus Belgien und Australien. Nach bisherigem Kenntnisstand kann angenommen werden, dass die NDM-1-Erreger von Touristen nach Europa eingeschleppt wurden, die sich in Indien oder Pakistan günstigeren Schönheits-Operationen unterzogen hatten.

Mangelnde Hygiene und verschwenderischer Einsatz

Neben mangelnder Hygiene in Krankenhäusern ist der verschwenderische Umgang mit Antibiotika in der Humanmedizin ein ungelöstes Problem. Das Robert Koch-Institut (RKI) kritisierte im Dezember 2014 in seinem Bericht über Krankenhaus-Infektionen, dass der Anteil von Breitspektrumantibiotika, insbesondere Fluorchinolonen und Cephalosporinen der dritten Generation, an den zum Einsatz kommenden Antibiotika noch immer zu hoch sei.

Diese Meinung vertrat auch Prof. Dr. med. Martin Mielke vom RKI auf der Veranstaltung „Krankenhausinfektionen – Hintergründe, Gefahren und Strategien“ des Patientenbeauftragten der Bundesregierung Anfang März in Berlin: „Wir müssen Antibiotika sparsamer einsetzen als bisher.“ Deshalb sei es wichtig, die Ärzte besser zu schulen. „Es ist selbstverständlich, dass ein Chirurg lange lernen muss, bevor er operiert“, so Mielke. „Der Einsatz von Antibiotika wird hingegen von allen Ärzten durchgeführt, obwohl die entsprechende Ausbildung an den Universitäten eher noch schlechter geworden ist.“

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